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Japan Tagebuch - Tokyo #5

Samstag: Tsukiji Fischmarkt, Ginza und ein bisschen Nihonbashi

In unserem Hostel fanden wir eine Info, dass am 13.10. ein Market Festival auf dem Tsukiji Fischmarkt stattfinden sollte. Das besondere daran: Der weltberühmte Tsukiji Fischmarkt hat vor wenigen Wochen dicht gemacht bzw. der "innere Markt", bei dem die ganzen Fischauktionen und der eigentliche Handel stattfindet, ist umgezogen. Nur noch ein ausgedünnter äußerer Markt für Touristen ist geblieben. An dem Festival sollte der Markt noch einmal für einen Tag richtig geöffnet werden. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Trotzdem standen wir nicht - wie alle empfehlen - um 4 Uhr morgens auf um das frischeste beste Sushi der Welt zu genießen. Wir hatten schon so ne Ahnung, dass jeder sich das selbe denkt und es am Ende nicht so cool wäre. Wir ließen uns also Zeit und waren erst am frühen Vormittag da. Eine menschliche Sardinenbüchse blieb uns jedenfalls erspart. Wir verliefen uns auch erst ein bisschen und liefen von der entfernteren Seite (von der nächstbesten U-Bahn Haltestelle aus gesehen) auf den Markt. Wir rollten ihn sozusagen rückwärts auf und landeten unversehens direkt in den "heiligen Hallen", dem inneren Markt. Der war quasi wie eine einzige große Meeres-Freakshow, und alles konnte man kaufen. Es roch sehr nach Fisch, aber nicht penetrant oder unangenehm. Fotos machen durfte man dort leider nicht. Aber wir kauften uns ein paar Leckerbissen (aufgrund der Uhrzeit bereits heruntergesetzt), darunter dieser absolut himmlische Thunfisch-Sashimi-Spieß (roh natürlich; ich wusste gar nicht, das Thunfisch so schmecken kann, das sage ich hier immer wieder):

Sowie diese kleinen abgepackten Thunfisch Sushis für 300 Yen (zwischen 2 und 3 Euro insgesamt). Schmeckten aber so, als hätte man dafür 6-7 Euro pro Stück hinlegen müssen!
Und, nachdem wir an einem Stand rumprobiert haben, einen sehr leckeren Fischburger:
Und wir machten Fotos mit einem waschechten Pizza-Hut! (aka es lag wieder Plastikzeug zum Fotografieren rum) xD

Auch auf äußeren Markt gab es unendlich viele Dinge die man reihenweise einfach probieren oder für wenig Geld kaufen konnte. Hier konnte man immerhin Fotos machen. Ein paar Eindrücke:

Tsukiji von einer Brücke aus:


 Ein komplett vom genießbaren Fleisch befreiter dekorativer Thunfisch:
 Unagi-(Aal)-Spieß:

 Süßer Tamago-(Ei)-Spieß:

 Ewige getrocknete und eingelegte Probierlichkeiten; von Obst, über Nüsse, verschiedene Bohnen und kleine Knabberfische war alles dabei:
Heiße Algensuppe:
 Und jede Menge live Köche wie den hier:

Eigentlich hatten wir geplant, den Tsukiji-Besuch mit einem Mittagessen in einem Sushirestaurant vor Ort abzuschließen. Aber nach der ganzen Snackerei waren wir schließlich doch ganz schön satt und wollten nichts. Im nachhinein bereue ich es trotzdem, schließlich soll es hier das beste Sushi der Welt geben (aber auch teureres als anderswo in Tokyo). Vielleicht holen wir das nach.

Wir stolperten auch über einen Tempel mit eindrucksvollen Drachenköpfen:


Und danach machten wir uns auf den langen Weg, Ginza zu erkunden. Das Sony Gebäude, die Godzilla Statue, der zentrale Park mit Kaiserpalast und das Kabukiza Theater. Bei letzterem wollten wir auch eigentlich in die Kabuki-Abendvorstellung gehen (es ist eines der einzigen noch aktiven Kabuki-Theater in Japan), aber stellte sich heraus, dass es ohne Vorbestellung nur Stehplätze gab. Das hätten unsere armen malträtierten Füßchen nicht mehr mitgemacht, also wurde das auch verschoben.

Das Kabukiza bei Tag:
Tony im Kabuki-Kostüm:
Godzilla mit Taube (Whyyyyyy?!!):
Godzilla ohne Taube:
Ginza bei Tag (was nachts bunt und leuchtend ist, ist tags recht grau, aber trotzdem interessant):
Stellenweise verdunkelten die Hochhäuser regelrecht den Himmel, als wäre man tief unten in einer Schlucht:
Gab im Tarnmodus:
Auf dem Weg zum Kaiserpalast ging es durch nen kleinen, hübsch gepflegten Neben-Park, wo auch gerade eine Hochzeit stattfand:



Wenig später fanden wir uns auf einer weiten Fläche wieder, die die Stadt vom Gelände des Kaiserpalastes trennt und ebenfalls hübsch gepflegt ist:

Betreten durfte man das eigentliche Gelände, wie sich herausstellte, leider nicht. Der Kaiser wohnt schließlich immernoch dort. Für die Öffentlichkeit zugänglich war nur der kaiserliche Garten, aber auch das nur zu bestimmten Öffnungszeiten, die wir gerade so verpasst hatten. So konnten wir nur von weitem ein paar Fotos von schicken Verwaltungsgebäuden machen:
Immerhin haben wir an einem der Tore einen Wachwechsel mitgekriegt:
Bevor wir unseren Turbo-Marsch zurück zum Kabukiza antraten, wollte ich eigentlich mal kurz auf Toilette. Dort erwartete mich dann diese Überraschung:
Stellt sich heraus, japanische Damentoiletten unterteilen sich in "Japanese Style" und "Western Style". Die Toiletten am Kaiserpalast waren halt Japanese Style, aka Löcher im Boden. Ich dachte mir nur so: "Nope!" und machte auf dem Absatz kehrt. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass diese Hinweisschilder, dass man nicht auf den Toilettendeckel steigen soll, die man auch immer mal wieder in Europa sieht, kein Scherz sind sondern tatsächlich einen Sinn ergeben! (Beispiel aus einer Western Style Toilette:)
Unterwegs machten wir einen kurzen Zwischenstopp im Pokemon Store im Hauptbahnhof von Tokyo (der für sich schon ein weitschweifiges, unterirdisches Wunderland ist):
Und dann stellte sich halt das mit den Stehplätzen heraus. Folglich stiegen wir dem Kabukiza halt auf's Dach (mit Dachgarten).




Das war dann erstmal genug Ginza. Eigentlich wollten wir ja noch Nihonbashi sehen, ein historisches Viertel. Unseren Füßen zuliebe nahmen wir die Bahn und orientierten uns an einem Reiseführer, der uns zu einer historischen Einkaufsstraße führen sollte. Doch die fanden wir nicht bzw. womöglich fanden wir sie, und sie war abends komplett zu und unauffällig. Das war jedenfalls ein Schuss in den Ofen. 
Dann wollten wir halt Sushi Essen gehen, denn nun hatten wir wieder Hunger. Ich hatte vorher ein Sushi-Restaurant in Nihonbashi in Google rausgesucht und das steuerten wir an. Doch leider hatte der Sushi-Mann aus irgendeinem Grund zu. Der nächste Reinfall. Ok, Ruhe bewahren, was nun? Wir blickten auf Google Maps - und stellten fest, mittlerweile waren wir so weit gelaufen, dass wir nur noch einen Katzensprung (in Tokyo-Entfernungen gemessen jedenfalls) von Akihabara entfernt waren, und folglich unweit von dem Sushi-Restaurant, in dem wir am Dienstag gegessen hatten. Das KONNTE gar nicht schief gehen! Wir purzelten also hin und wurden nicht enttäuscht.

Unterwegs fanden wir übrigens ein Pizza-Restaurant, und bei näherem Hinsehen mussten wir schmunzeln, denn diese Pizzen waren dem japanischen Geschmack angepasst (so wie bei uns manchmal asiatisches Essen dem westlichen Geschmack angepasst wurde). Hier die Karte, die draußen aushing:

Naja, bei unserem Sushimann angekommen bestellte Gab sich eine bunte Auswahl seltsamer Sushi, die man so in Europa teilweise nichtmal kriegen könnte, wenn man es selbst machen würde, weil man die Zutaten wahrscheinlich nicht finden kann. Darunter (von links oben nach rechts unten) wieder Seeigel, Lachsrogen, Muschel-Randfleisch einer bestimmten Muschelart namens "Red Ark Clam", dann das Innenfleisch der selben Muschelart, Aal, eine weißfleischige Fischart deren Namen ich vergessen hab (möglicherweise Kanpachi), dann eine japanische Makrelen-Art (frisch aus dem Aquarium) und mein neuer, langweiliger Favorit: Thunfisch (medium-fettig).
Tony bestellte sich nochmal die selbe Platte wie letztes Mal, bloß kleiner...
... sowie eine Portion Riesen-Sushirollen. Vom Durchmesser her waren die etwa so breit wie eine Teetasse.

Für Gab gab es zum Nachtisch noch Mochi-Suppe (also süße Rote-Bohnen-Suppe mit Klebreisbällchen drin). Das war die absolute Krönung!


Am Ende also doch ein Happy End. Das war's für's erste mit Tokyo. Weiter geht es mit Nikko!







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