Mhihihi.... die schiere größe des kommenden und vorerst letzten Posts in diesem Blog vor Weihnachten hat mich die letzten dage eher abgeschreckt, ihn zu schreiben. Aber nun habe ich alle Fotos und viel Zeit, also gibt es kein Entrinnen mehr!

Ich wurde aufgesucht von drei glorreichen Reisenden auf der smaragdfarbenen Insel. Ihre namen waren Egle, Anna und Thure und sie nahmen große Anstrengungen auf sich, um meinen tief im Lande liegenden Aufenthaltsort zu erreichen. Durch Schnee und Eis kämpften sie sich (indem sie stundenlang auf den Flug warteten, der nicht starten wollte), doch damit nicht genug stand ihnen eine nächtliche Fahrt in dem Land bevor, indem es der Einheimischen uralte Kunst ist, Fremdlinge in die Irre zu führen. Um 2 Uhr im Nachtschatten schließlich erreichten sie mich in eisiger Kälte. Die Schlafstätte war für sie ein fremder Ort, doch mir war er nicht neu: Killarney, eine Stadt im tiefsten County Kerry.
Am nächsten Tag war unser Plan, schon beim ersten Licht der Morgensonne zu unserem großen Abenteuer aufzubrechen, leider nicht von Erfolg gekrönt. Einzig Anna war in der Lage, die verlorene Zeit unversehens zu begrenzen: Sie hatte ihr Zeitmessgerät noch nicht auf die örtlichen Gepflogenheiten gestellt, was bedeutete, dass sie uns eine Stunde früher als geplant aus den Betten jagte. Doch nützen tat es herzlich wenig, denn die Kinder Ostfrieslands sind von Natur aus langsame Gesellen. Erst zur Mittagssonne brachen wir auf, um den Ring of Kerry zu fahren. 170 km reines Panorama.
Schon früh wichen wir jedoch von unserem Wege ab, denn die Gap of Dunloe zu sehen, schien uns interessant. Dieser Ort ist eine Ansammlung von 5 Seen zwischen den Bergen der MacGillicuddy Reeks, die den Höhsten Gipfel Irlands innehalten, jedoch nicht wirklich auf dem Weg lagen. Aber da ich die essentielle Arbeit des Navigators übernahm, gerieten wir natürlich auf diese Abwege. Doch prompt wurden wir aufgehalten, von einem älteren Iren in bäuerlichem Gewand. Als müsse er uns etwas wichtiges sagen hielt er unseren Wagen an. Doch dann, stellte sich heraus, bot er uns an die Gap of Dunloe auf einer Pferdekutsche zu bereisen, statt in dem motorisierten Gefährt, das wir besaßen. Der Vagabund bot uns Geschichten an und da spitzten Egle und ich naturgemäß unser Gehör. Als Anna und Thure dem immer billiger werdenden Angebot skeptisch gegenüberstanden, begannen wir beide zu jaulen und zu jammern, bis wir unseren Willen bekamen. An dieser Stelle muss ich allerdings Egle dafür danken, dass sie meinen Teil der Zeche für mich übernahm.
Wir saßen also auf, in der hübsch weihnachtlich dekorierten Kutsche des alten Mannes, und machten eine wackelige Runde an den 5 Seen entlang, durch eine wunderschöne, faszinierende Landschaft.
Der Alte erzählte uns Geschichten von den Menschen die dort lebten und bis heute leben, von den Eigenheiten der 5 Seen sowie eine etwas reißerische aber wohl mehr oder weniger wahre Geschichte über den Tod des letzten Steinadlers in Irland. Zu einer Zeit, als hin und wieder auch die Frauen beim ernten des Stroh's helfen mussten, in den späten 1930er Jahren, soll eine Frau auf dem Feld ein Kind geboren haben und es, vor der Sonne geschützt, im Heu versteckt haben. Doch der Adler sah das Baby, schnappte es sich und brachte es zu seinem Nest. In Panik verfolgten die Männer dieser Berge den Adler. Als sie an seinem Nest ankamen, sahen sie nur den Adler. Er erhob er majestätisch seine riesigen Flügel, hob dann zu einem Sturzflug ab und stieß einen der Männer in den sicheren Tod. Da sahen sie für sich keine Wahl mehr und erschossen den Adler.... Das Kind jedoch fanden sie unversehrt. Es wurde viele Jahre später der Ranger im Nationalpark von Killarney - doch heute soll er wohl ein notorischer Alkoholiker sein. Die Geschichte, die er immer mal wieder im Pub den Touristen erzählt, bringt ihm wohl sein Lebtag immer wieder das ein oder andere gratis Guinness ein.
Doch abgesehen von den Geschichten war wohl das schönste an der kleinen Runde - mein erstes Mal in einer Pferdekutsche zudem - natürlich die Landschaft. Und die möge ich euch jetzt zeigen:

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| Einer der Berge hieß Purple Mountain, denn er war bedeckt von Geröll, das von weitem Lila aussah. |
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| Le Gruppenfoddo |
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| Ich, Pony, alter Mann. xD |
Nach der Gap of Dunloe, sowie dem erfolglosen Versuch, einen Stein zu finden, den ich unbedingt sehen wollte (.... xD.... einen sogenannten Ogham Stone, auf dem mit mehrere tausend Jahre alter Keilschrift etwas geschrieben steht), machten wir uns glorreich auf den Weg, den neuen Pfad quer durch die Berge zu verfolgen, statt die empfohlene Route an der Küste entlang zu nehmen. Ob diese Entscheidung weise war, vermag ich nicht zu sagen, aber so ganz alleine mitten im Nirgendwo hatten wir durchaus unseren Spaß.
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| on the road.... |
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| RamBaZamBa! |
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| Thure is auf den Berg hochgelaufen. So schnell wie Spongebob, wenn er als Flash verkleidet ist. So schnell, dass wir es gar nich gesehen haben! Zwei Mal! xD Der olle Brückentroll... |
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| So'n bissl suspekt war uns dann aber doch dieser Fund mitten im Nichts.... |
Uns führte unser Weg auch zu einem kleinen alten Friedhof, und prompt kam ein weiterer alter Mann unseres Weges, in Lumpen gekleidet - einfach nur um sich zu unterhalten. Der lauert möglicherweise öfter Touristen auf, die sich hier hin verirren.... oder möglicherweise fristet er einfach nur gerne seine Zeit an der Straße. Die Unterhaltung war nett und sehr irisch, aber wollte nicht enden, bis wir uns endlich zum weiteren Reisen losreißen konnten.
Endlich erreichten wir unser Ziel für die Nacht: Das Küstendorf
Cahersiveen. Der Ort mit dem einzigen Hostel, das noch nicht ausgebucht war. Und es war traumhaft! Es übertraf alle Hostels, die mir bisher als luxuriös erschienen, bei weitem! Einzig das Bad war nicht für uns allein aber die Betten waren eines Königs wert. Und überall auf den Straßen des pittoresken Örtchens spielte Musik aus Lautsprechern, was durchaus eine angenehme Stimmung zu verbreiten vermochte.
Um die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu nutzen machten wir uns noch auf den Weg, eine nahegelegene Ruine auf einer Halbinsel zu besichtigen, den
Ballycarbery Castle. Was mir erst - auf der niedlichen kindgerechten Landkarte des Ring of Kerry - ganz nett und modern erschien, stellte sich als eine spektakuläre, mächtige, efeu-bewachsene, bekletterbare Steinruine heraus. Wahnsinn!!! *hust* Wie ihr vernehmt, gehen mit mir durchaus die Pferde durch, wenn ich daran zurückdenke. Wir fanden mehrere Wege, auf der Burg herumzuklettern, wobei uns Thure stets einige Sprünge voraus war. Ich fand es schon erstaunlich, wie schnell er echt ÜBERALL hinaufklettern konnte, egal wohin wir gingen. Hinab kommen stellte sich allerdings des öfteren als ein winziges Problem heraus. Natürlich war das durchaus mit Springen lösbar, aber freilich ein witziger Anblick^^
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| Wunderschön, aber fotos zu machen wurde innerhalb von wenigen Minuten eine recht sinnlose Angelegenheit. Naja. Sieh mit den Augen, nicht mit der Kamera. |
Schlussendlich wurde es allerdings so dunkel, dass wir die anderen Ruinen nicht mehr fanden. Ballycarbery Castle stammte aus dem 14ten Jahrhundert, doch in der Umgebung gab es einige noch wesentlich ältere Bauwerke: Stoneforts. Nach erfolgloser Suche beschlossen wir, sie am nächsten Tag zu besuchen und machten uns auf zurück ins Hostel. Wir aßen coole Kartoffelwaffeln und bald ging es auch auf die Suche nach einem guten Pub ;)
Diesen guten Pub fanden wir auch - ich glaube es war das
Keatings Corner House - wo Live Musik stattfinden sollte. Ich hoffte ja darauf, den anderen noch traditionelle Irishe Akustikmusik zeigen zu können, doch was in dieser Bar gespielt wurde, war zwar anders aber durchaus schön und die Stimmung war genau richtig. In diesem Pub waren so viele Einheimische, das wir als Gruppe, sowie ein junges Ehepaar aus den USA, regelrecht aus dem Rahmen fielen. Aber dennoch gerieten wir ins Gespräch mit den Leuten dort, hatten viel Guinness und einen wirklich guten, sehr sehr irischen Abend. Einer unserer gesprächigen Sitznachbarn stellte sich dann auch irgendwann zum singen hin. Ein wertvolles Erlebnis.
Nachdem wir noch ein bisschen in den Straßen rumlungerten und uns mit noch mehr alten Männern unterhalten haben, ging es dann schließlich sehr spät ins Bett, trotz aller Pläne am nächsten Morgen aber wirklich ganz ganz früh aufzustehen. Als wir dann allerdings beim Hostel ankamen, um uns schlafen zu legen, machten wir noch eine weitere, erbauliche Entdeckung: Von allen Lautsprechern in der Stadt, die tagsüber schöne Musik spielten, waren einzig die an der Tankstelle aus irgend einem Grund nicht ausgeschaltet worden. Direkt gegenüber von unserem Hostel. Faszinierend.
An dieser Stelle möchte ich mich ein weiteres Mal bei den Erfindern von Oropax bedanken ;) Ich hab jedenfalls super geschlafen.
Und hier splitte ich den Post^^ Der zweite Teil wird ebenfalls noch heute Nacht geschrieben, keine sorge ;)
To be continued....