Sooo ihr lieben, ich nutze mal meine reichliche Zeit und schreibe euch mal, wie meine letzten Tage in Killarney so waren. Ich fühle mich jedenfalls richtig gut hier. Und das liegt nur teilweise am Abenteuer der Wildnis xD Aber eins nachm anderen:
Das Hostel in dem ich bin is ganz nett. Es is zwar nich das allerbilligste (gerade mal 2 euro teurer als das billigste xD) aber dafür wurde es mir von anderen reisenden empfohlen... und den so erkauften komfort habe ich auch reichlich genutzt^^
Nebenbei eine kleine Entdeckung in der Hostel-Küche, die ich lustig fand:
Ich bin dieses Mal relativ früh angekommen, denn von Tralee nach Killarney isses nich sonderlich weit. Es war by the way mein erstes Mal wildes hitchhiken in einem Transporter (und mein 19ter Ride insgesamt). Sehr angenehmes Erlebnis. Ich begegne wirklich den interessantesten Leuten auf diese Weise....^^
Najoar, ich wollte dann nach meiner Ankunft wieder schön Einkaufen und mir wurde gesagt, gleich gegenüber vom Hostel sei ein Einkaufs-center mit nem Tesco drin. Ich ging also raus, schaute mich um, sah es nich und lief fröhlich die Straße entlang... und ich lief weiter... und weiter.... und weiter.... und irgendwann stand ich dann fast schon im Nationalpark xD Hm. So sollte das nu nich gehen. Aber was solls, geduldig wie ich bin (und angesichts dessen, dass ich mir zur Reise-Angewohnheit werden lasse, dass ich niemals den selben Weg zurück gehe, den ich gekommen bin... - so sieht man mehr^^) machte ich daraus eben meinen kleinen standart Städte-Spaziergang. Killarney is echt ganz hübsch unso. Mit echt vielen alten Gebäuden und einer Eindrucksvollen Kathedrale:
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| Blick auf die St. Mary's Kathedral vom Nationalpark-Eingang aus. |
Nachdem ich einmal im Kreis gelaufen bin, fand ich dann auch endlich den Tesco.
Direkt gegenüber vom Hostel! War ja klar^^ Aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass der Eingang sich wirklich übelst tarnt. Es is halt eine kleine schwarze Ladenfront, so wie hunderte andere daneben, nur dass es in dieser Ladenfront keinen Laden sondern einen langen Flur ins Einkaufszentrum gibt. Wie auch immer, nachdem ich ausgiebig die Sonderangebote studiert hab, packte mich dann doch die Naschkatze in mir und ich kaufte mir schon wieder Ben&Jerrys. Dieses Eis is soooo schön billig hier in Irland *.* Aber ich bin soooo böse, Geld dafür auszugeben.... Und doch macht Süßkram doch stets jedes schlechte Gewissen zu nichte! xD
Am nächsten Tag machte ich mich früh auf den Weg in die Berge zum Torc Waterfall. Meine Zeit war diesmal besonders eng begrenzt, denn allein um zum Fuß des Torc Mountain zu kommen braucht es 2 Stunden (zu Fuß wohlgemerkt). Es gibt im Nationalpark wirklich viele höllisch interessante Strecken, Orte und Aussichten, aber für die meisten bräuchte ich ein Auto oder zumindest ein Fahrrad um dort in die Nähe zu kommen, denn der Nationalpark ist riiiiiesig. Der Torc Mountain war so ziemlich die nahste und kürzeste Strecke von Killarney aus.
Schon der Weg dort hin war richtig schön, und führte größtenteils am Park entlang.
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| Da war Schnee auf den Bergspitzen! Unglaublich^^ |
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| Das interessante an diesem Bild is das Steinkreuz auf der rechten Ecke des Waldes. Es war echt groß und eindrucksvoll. |
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| Beide Hirsch-Arten habe ich aus nächster Nähe bestaunen können. Vor allem die Rothirsche sind überall. Auf meinem Weg die Straße entlang bin ich mal ein Stückchen in den Wald reingelaufen um eine Matschpfütze zu umgehen und auf einmal stand ich fast mitten in einer Gruppe Hirsche! Und das sollte nich mein einziges Erlebnis dieser Art sein.... sie sind ü-ber-all !!! |
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| Torc Waterfall |
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| Torc Waterfall inkl wildes Gab! |
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| Mystisch. Wenn man sich die Touristen wegdenkt, wohlgemerkt... aber es waren auch die einzigen, denen ich begegnet bin. |
Vom Torc Waterfall aus geht es ne Weile lang auf einer Steintreppe nach oben, bis man an einen richtig schönen Panorama Ausblick kommt. Bei meinem Glück schien in dem moment, in dem ich dort ankam, auch tatsächlich die Sonne! Zu meinem Pech versagte meine Kamera auf ganzer Linie, und ich zeige euch diesmal, wie: Wenn es einen starken hell-dunkel Kontrast gibt (wie zb zwischen Himmel und Wald) dann hat meine Kamera probleme, beides zu erfassen und kann sich kaum entscheiden. Und diese Scheiße kommt dann dabei raus - ein verkrüppeltes Abbild von einem in wirklichkeit faszinierenden Anblick über ein wunderschönes Tal hinweg:
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| Einmal mit Fokus auf den Wald... den sieht man gut, aber man sieht nix vom Ausblick dahinter. |
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| Und hier das selbe Bild mit Fokus auf den hinteren Bereich; Man sieht den Himmel und den See wunderbar, der Wald versinkt hingegen im dunkeln.... pisst mich richtig an -.- |
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| Cooler Berg. |
Naja weiter im Text... auf meinem Weg, den Torc Mountain zu erklimmen, hatte ich eine kleine ausgedruckte Wegbeschreibung aus dem Hostel. Am Torc gibt es zwar bunte Pfade wie bei Glendalough (blau, gelb und rot) aber keiner davon führt einen auf die Spitze. Die meiste Zeit über war es gar kein Problem, der Wegbeschreibung zu folgen, die ein wenig abseits der normalen Pfade führte. Aber dann, bei der finalen Etappe, stand da, man solle an einer T-Kreuzung links abbiegen. Ok, dachte ich mir, und bog bei der nächstbesten T-Kreuzung links ab... ein bisschen seltsam war dieser Weg aber schon.....
Ich wusste nu nich genau, welcher der vielen Gipfel nun der Torc Mountain war, aber gerade dieser Weg schien mir irgendwie in eine suspekte Richtung zu gehen und war viel zu flach.....
Aber ich mag ja nich gerne umkehren und die Neugier trieb mich weiter, also lief ich schööööön in die Pampa.
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| War ja ganz hübsch.... |
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| ... und hatte auch echt schöne Ausblicke... |
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| ... aber als es irgendwann wieder bergab ging, beschloss ich, doch nochmal umzukehren.... Natürlich nicht ohne auch ein bisschen querfeldein zu genießen^^ |
Ich hüpfte also quer durch den Wald, denn die Matschpfade entlanglatschen war doof. Natürlich fing es dann auch an zu Regnen und mir wurde sogar fast ein bisschen kalt, trotz tollem Mantel....
Nachdem ich wieder an der T-Kreuzung angekommen war, musste ich mich entscheiden. Es war nich mehr lang bis zum Sonnenuntergang und dann wollte ich ganz sicher nich mehr allein in den Bergen sein. Auf der Wegbeschreibung stand, von der Kreuzung aus zum Berg rauf und runter zu laufen würde gut 2 Stunden dauern... und zuzüglich mit den 2 Stunden, die ich wieder nach Killarney gebraucht hätte, konnte ich mir den Torc abschminken.... es wäre dunkel, bevor ich wieder in beleuchtete Gefilde gekommen wäre. Ich beschloss also stattdessen den blau markierten Pfad entlang zu gehen, der ebenfalls von dieser Kreuzung ausging. Dieser Pfad führte schließlich im Kreis (was ich von einer Karte am Parkeingang noch halbwegs erinnern konnte...). Und natürlich stieß ich auch nur kurze Zeit später an die "richtige" T-Kreuzung, sogar mit nem verdammten Schild, das auf den Torc Mountan hinwies!!! FUUUuuuu..... nein^^ Ich habs leicht genommen. War schließlich nich meine letzte Chance, durch den Nationalpark zu wandern.

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| Und der blaue Pfad war sogar recht hübsch^^ |
Aber so wie ein Blatt im Wind sich verhält, so ging ich den blauen Pfad nie wirklich zu Ende. Sobald ich auf ein Schild stieß, dass richtung "Muckross Gardens" hinwies, kam ich wieder vom Weg ab. Ich wusste zumindest, dass das Muckross House sich so ziemlich auf dem richtign Weg richtung Killarney befand, warum also nicht auch dies besichtigen? Natürlich war das nich so leicht, denn die Iren sind ja Meister darin, Fremdlinge zu verwirren (was heißt, irgendwann hörten die Muckross Gardens Schilder einfach auf und ich war mir nich so sicher, ob ich die nun gesehen habe oder nich, is ja schließlich nich gerade Blütezeit.....) aber irgendwann kam ich zumindest wieder auf eine offene Fläche und sah das Muckross House.
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| Muckross House |
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| Ich fand diese Bäume echt interessant... das sah so aus als würden die zwei stehenden Bäume eine bösartige kleine Feier darüber abhalten, dass der andere Baum umgefallen war xD |
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| Ein Rückblick auf den Berg, von dem ich gekommen bin. |
Nun war ich also auf diesem Wiesenweg zurück nach Killarney und es war noch reichlich hell. Ich kam an eine Gabelung, von der zum einen ein asphaltierter Weg wieder richtung Hauptstraße führte, und zum anderen ein kleiner Kiesweg auf eine kleine Halbinsel führte, die sich zwischen Muckross Lake und Lough Leane befindet... was glaubt ihr wohl, was ich da getan hab? Ich dachte mir "nö!" zu dem asphaltierten Weg und machte mich wieder auf in die Wälder, am Wasser entlang. Nich gerade meine klügste Entscheidung ever^^ Der Kiesweg ging bis an die Spitze der Halbinsel. Dort war es auch schön...
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| Seeeeeeeeeee...... |
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| Ein beeindruckend großer Baum. Sieht nicht so aus, aber ich bin nichtmal an den untesten Ast herangekommen xP |
An der Spitze der Halbinsel gabelten sich ein paar kleine Trampelpfade, die natürlich meine Aufmerksamkeit erforderten. Ich dachte mir, na wirklich verirren kann ich mich ja nich, wenn ich immer an der Wasserlinie entlanglaufe. Ich lief und lief und lief also diese Trampelpfade entlang durch den Wald der Halbinsel. Manchmal waren sie kaum mehr auszumachen, manchmal führten sie über Stock und Stein, manchmal verlor ich sie aus den Augen und fand sie dann wieder. Ich begann mir sorgen zu machen, denn obwohl mein Trampelpfad eine Kurve machte, die eigentlich wieder richtung Festland führen sollte, wär ich ganz schön aufgeschmissen gewesen, wenn er plötzlich aufhören würde. Ich hatte nämlich meine Zweifel daran, falls ich umkehren müsste, den Weg im dunkeln noch zu sehen. Aber ich dachte mir, Wege führen einen ja immer irgendwo hin..... also blieb ich dabei. Als ich an einer lichten Stelle im Walt ankam, verschwand dann auf einmal der Weg. Ich lief auf etwas zu, was ich für eine Wiese hielt, aber diese war ebenfalls von nur Wald umgeben..... Aber wozu hat man Instinkte? Ich rannte einen kleinen Hügel hoch, auf dem ich das letzte Mal was vom Weg gesehen hab, machte von dort aus eine gedachte Linie in die Richtung, in die der Weg normalerweise weiter gehen würde, und latschte dann durchs Gebüsch. Und ich wurde nicht enttäuscht. Kaum ein paar Minuten später stieß ich auf eine verwachsene, alte kleine Steintreppe, die wieder auf einen befestigten Asphaltweg führte. Wer weiß, wie lange es her ist, seit das letzte mal jemand diesen Weg gelaufen ist. Ich war jedenfalls durchaus ein bisschen stolz auf mich :) Und erfrischt fühlte ich mich auch.
Der Rest der Weges war vergleichsweise unspektakulär. Er führte mich an der alten Muckross Abbey entlang und war sehr idyllisch. Da ich weit und breit die einzige Person auf dem Weg war, sang ich einfach vor mich hin, bis sich der Weg langsam an die Hauptstraße annäherte, die direkt nach Killarney führte.
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| Muckross Abbey und Friedhof. Die hätte ich auch gerne noch erforscht, aber dann beschloss ich doch, dass es genug der Abwege gewesen ist. |
Ich beschließe mal an dieser Stelle, den Killarney-Post wieder in zwei Teile zu teilen. Wird ja sonst echt anstrengend hier^^
Cheerio!!
Gab
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