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Ir(r)land Kapitel 1: Wicklow Town - Pubgeschichten, Heimweh und meine Liebe zu Klippen

Hey Leute, wird mal wieder Zeit für einen Post. Ich vermiss euch so, das muss jetzt einfach mal wieder sein.

Halloween wird hier tatsächlich jeden Abend gefeiert. Besonders groß waren die Partys aber am Sonntag. Ich wusste das erst nicht, aber Montag war wohl hier Feiertag und deshalb war in den Pubs von Wicklow unfassbar viel los. Ich wollte eig nur im Hostel chillen, aber als ich dann draußen Feuerwerk gehört hab, zog ich mir schnell meinen Mantel an und flog hinaus in die Nacht. ...Etwa 20 meter bis zum nächstbesten Pub.
Ich muss echt sagen, die Iren wissen wirklich wie man eine Halloweenparty schmeißt^^ Jeder Pub in Wicklow (und wir haben etwa 10) war vollgepresst mit kostümierten Menschen. Ich bestellte mir einen Pint Smithwicks und stellte mich raus auf die Veranda der Bridge Tavern, weils da zumindest frische Luft gab.
Ich verbrachte einige Zeit damit, traurig darüber zu sein, dass ich selber nicht verkleidet war und die tollen Kostüme der Iren zu bestaunen. Meine Favoriten:
- Eine Frau, die sich einen Kasten aus Cornflakes-Schachteln gebaut hat mit Löchern für Arme und Kopf. Ich lachte noch mehr, als sie sich umdrehte und auf ihrem Rücken geschrieben stand: "Wicklow's Most Wanted Cereal Killer!!!"
- Prinzessin Leia
- Zwei typen mit höllisch guten Kostümen aus dem Batman Universum: Ein großer langer Typ als Riddler und ein untersetzter glatzköpfiger als Bane... und meine Fresse sah Bane echt aus! Wie im Film! Und wenn die beiden an einem Batman oder sonst einem Charakter aus dieser Welt begegneten, gaben sie denen immer eine Bro-Fist xD Sehr cool

Naja, jedenfalls spätestens als Prinzessin Leia etwa nen halben Meter von mir entfernt an die Wand gekotzt hat, dachte ich mir, es wird langsam Zeit zu gehen. (Es war wohlgemerkt schon Mitternacht, als ich hin bin). Aber dann kam ich mit einem Typen im Pyjama ins Gespräch und mit zwei Mädels, die mit ihm unterwegs waren. War ja ganz lustig und so, aber der Typ war einfach nur wahnsinnig betrunken und (wie alle jungen Iren anscheinend) nur auf "das eine" aus. Ernsthaft, ich wurde noch nie so oft von wildfremden Männern und Frauen auf die Wange geküsst wie in meinen zwei Wochen hier in Irland. Ich frage mich sogar ob das irgend ein Common-Sense Ding ist. Hier macht das einfach jeder! Aber so langsam sehne ich mich wieder etwas nach der deutschen Distanz.... >_>
Ich verließ irgendwann die Bridge Tavern und entschied mich, zumindest für ein Paar Minuten nochmal in den Old Forge Club zu gehen. Kostet ja eh keinen Eintritt und ist größer, wer weiß, vllt haben die ja ne noch halloweenigere Halloween-Party. Aber nö, war die selbe Dorfdisco wie immer, nur diesmal voller und mit verkleideten Menschen. Ich wollte gehen, begegnete aber wieder den zwei Mädels von vorhin und tanzte ein Paar Minuten mit denen. Doch so fröhlich wie der Abend begann, so sehr versank ich innerhalb kürzester Zeit in eine tiefe Sehnsucht nach meinen Nerds daheim. Ohne euch war der Abend mir nicht einmal mehr ein zweites Bier wert. Es machte keinen Spaß. Könnt ihr euch das vorstellen? Eine Halloween-Party in einer ganzen Stadt und mir macht das keinen Spaß?! So sehr vermiss ich euch....
Naja, irgendwann bin ich jedenfalls einfach untergetaucht und abgehauen, ohne mich zu verabschieden.

Naja, der gestrige Tag war dann wesentlich besser. Nachdem wir mit Arbeiten fertig waren, haben Franzi und ich uns Fahrräder gegriffen und sind zum Wicklow Head gefahren. Also an den Ort, wo ich schon vor ein paar Tagen hin wollte, mich aber auf nem Golfplatz verlaufen hatte. Nun, es hat sich heraus gestellt, dass ich bei meiner Irrwanderung auf dem Golfplatz sogar voll am Wicklow Head vorbei gelaufen bin. Das ist nicht weiter schlimm, denn am Wicklow Head läuft man größtenteils an Klippen entlang, und das habe ich wohlgemerkt auch auf meiner Irrwanderung getan^^ Diesmal kam ich jedoch mit Franzi bis an die Spitze, die ins Meer ragt. Wir haben Seehunde gesehen und ganz viele tolle Fotos gemacht! Das war voll schön und erfrischend.
Das Pfeifen hat übrigens glaube ich keinen Unterschied gemacht xD Diese Seehunde waren auch so wahnsinnig neugierig.
Hier mal ne kleine Foto-Strecke:

Hab überlegt das in facebook als Titelbild reinzustellen aber bin mir noch unsicher, was meint ihr?

Franzi war so lieb und hat permanent Fotos gemacht. Ihre Kamera ist einfach mal viel viel besser. Ich überlege, vllt selbst in eine bessere Kamera zu investieren. Vllt find ich ja was gutes billiges....

Erst saßen wir auf ein paar Felsen und haben ne gute halbe Stunde lang Seehunde im Wasser betrachtet. Die waren echt neugierig und verspielt.

Hier sitzen wir endlich an der Spitze des Wicklow Head

Zwei fette Seehund-Kühe und ein Männchen, das sie gestört hat. Die untere der drei hat sich auf die Seite gelegt und ihn ein paar Mal mit ihrer kurzen Flosse ge-bitchslapped. Dann hat er sich wie eine Flasche zurück ins Meer gerollt. Das ganze Gewicht von A nach B zu robben ist ja auch sicher schwer, aber es sah sooo lustig aus^^

Die da hat sich ja mal von gar nix stören lassen.


Später gabs noch richtig Ärger weil ein weiteres Männchen dazu kam. Die haben sich übelst geprügelt und gebissen. Hätte dann doch nich gedacht, wie schnell die sich notfalls bewegen können.

Ach ja, dann haben wir noch ein paar Fun-Fotos gemacht. Ich hab einfach mal ein bisschen durch auf dem Wicklow Head rumgetanzt und gehopst....

.... aber irgendwann schien mir das Gras soooooo einladend....^^


Naja und am Abend dann war ich doch noch mal in nem Pub. Wir haben zur Zeit ganz interessante Gäste im Hostel, mit denen ich dann unterwegs war:
Die einen sind zwei Männer, die gerade als Schauspieler an einer Serie mitarbeiten, die 2013 herauskommen wird. Sie heißt "Vikings" und soll möglichst realistisch die damalige Zeit spiegeln... auch jetzt gerade rennen sie vermutlich noch mit Reh-Fellen bekeidet durch den nahe gelegenen Devil's Forest. Sie sind auf jedenfall beide unheimlich irisch und unheimlich witzig^^ Einer von denen hat mir doch tatsächlich ein bisschen Gälisch beigebracht, als wir im Pub waren! Dinge wie "Mein name ist Gabriela, ich mag tanzen / süßigkeiten!" oder "Dankeschön" oder "Ich habe meinen Hut verloren!" oder "Leck mich am Arsch" (was übrigens fast so klingt wie "poke my horn" wenn mans ausspricht) oder noch ein favorit: "Setzt dich hin, junge, und sei still!" Was ähnlich beleidigend sein soll und angewendet wird wie ein ordinäres "shut the fuck up".

Die anderen interessanten Gäste, die ebenfalls mit in den Pub kamen waren (ENDLICH!!!) mal zwei Artists/Nerds. Die Mädels kamen aus den USA, studieren aber gerade Grafik Design bzw Illustration in Florenz. Sie redeten mit mir über Crowdsurfing und Pokemon und so Zeug... das war sooo eine Wohltat!!!! Die eine hab ich nu auch auf deviantArt gefunden. Kojo, ich hab mir einfach mal herausgenommen ein wenig Werbung für dich zu machen ;D Vitamin B!

Apropos Kunst, wir kamen auf die glorreiche Idee, unsere Länder alle aus Bierdeckeln zu basteln und zusammen zu legen..... das heißt ich hab Deutschland gemacht, wunderschön, nicht wahr?:

Wir hatten zwei mal die USA, also haben wir das hässlichere von beiden als Kanada benutzt, obwohl keiner von uns von dort kam. Außerdem haben wir noch ein kleines England neben Irland, aber England ist ja eh doof, aus sicht der Iren^^ Und das L förmige da oben ist Müll.... könnte aber natürlich auch ein stilisiertes Grönland sein xD

Bleibt sauber und feiert ein cooles Halloween! (Schließt sich das aus? o_O)
Eure Gab




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Ir(r)land Kapitel 1: Glendalough - Der schönste Spaziergang meines Lebens

So hier mein zweiter Post heute Abend:

Vorwort: Nie im Leben habe ich mir mehr gewünscht, eine Spiegelreflex zu besitzen, als vergangenen Freitag. Die Fotos, die ich für euch gemacht hab, spiegeln nicht im geringsten die Schönheit und die schieren Dimensionen dessen, was ich gesehen hab, wider. Es ist zu schade. Belebt diese zweidimensionalen kleinen Handybilder am besten mit eurer Fantasie, dann wirds schon klappen.

Danksagung: An meine Schuhe, die mir entgegen aller Erwartungen einen epischen Muskelkater und furchbare Blasen erspart haben<3

Am Freitag hab ich endlich mal meinen freien Tag in Anspruch genommen und habe mich nach Glendalough fahren lassen. Glendalough ist nicht weit von Wicklow entfernt und besteht aus zwei Seen (daher der Name: "Gleann Dá Loch" heißt "Glenn der zwei Seen"). Drumherum sind Berge und das Ganze ist ein irischer Nationalpark.
Man kann dort unterschiedliche Routen laufen und so verschiedene Orte sehen. Eine der längsten und die wohl bei weitem schönste Route ist die "White Route" und diese bin ich dann auch gelaufen. Sage und schreibe 6 Stunden lang. Ich bin diesmal nicht vom Weg abgekommen, die Route is tatsächlich so lang und führt einen tief in die Berge rein. Dort gibt es Hirsche und Bergziegen und wilde Peregrin Falken und ganz viele Touristen, zumindest Freitags. (Ok, so viele nun auch wieder nicht. Bin auf meinem Weg vllt nem Dutzend begegnet).
Diese White Route ist eine Hiking Route und darf offiziell nur mit entsprechendem Navigations-Equipment und Know-How betreten werden (was ich beides nicht besitze) aber es gab keine großen Probleme, außer dass ich teilweise mehr darauf gucken musste, wohin ich trete, als auf die wunderschöne Natur xD
Ich bin also offiziell Hiking-Entjungfert. Und das auf einem der schönsten Spaziergänge meines Lebens. Nun aber genug der Plauderei, ich erzähl euch meine Eindrücke erst einmal von Anfang an:

Bevor ich zur White Route kam, musste ich erst einmal die Green Route laufen, die überhaupt einmal bis zum großen Upper Lake geführt hat.
Die Green Route führt einen zunächst einmal an der Monastic Village vorbei... einem Dorf, das wohl irgendwo im 4ten Jahrhundert seine Anfänge fand und dann am meisten zwischen dem 10ten und 12ten Jahrhundert bebaut wurde. Mitten drin ein alter Friedhof, der bis heute benutzt wird. Alles so klein und doch so ehrerbietend.




Die Green Route führte mich dann durch einen Wald, den ich mit keinem anderen Wort als "märchenhaft" bezeichnen kann. Alles daran wirkte so alt und verwachsen und die Pflanzen standen manchmal so dicht, dass es genausogut eine Felswand hätte sein können. Morsche Stämme, langes Moos und schroffer Fels... ich war so fasziniert von diesem Wald, das ich mir manchmal wirklich gedanken machte, ob hinter diesen Pflanzenwänden nicht vllt doch ein geheimer Garten war, von Feen bevölkert. Oder ob diese kleine Felsspalte nicht vllt doch einen Imp beinhaltet.


Am Lower Lake kam ich ebenfalls vorbei. Es war übrigens nicht gerade der gemütlichste Tag. Die Temperaturen waren so zwischen 2° und 5° und es hat hin und wieder genieselt, das hat mich aber beides nicht weiter gestört.


Nach einer halben Stunde etwa ging es endlich zur White Route. Da die ein mal im Kreis geht, konnte ich mich entscheiden ob ich den flachen oder den steilen Anstieg laufen will... ich hab mich für den steilen entschieden und diese Entscheidung nicht bereut.

Die White Route führte zunächst einmal am Poulanass Waterfall entlang. Der war ganz schön lang, also ich meine, man konnte gut 10 Minuten daran langlaufen, der ging einfach immer weiter und weiter. Der schnitt sich wirklich wie ein Messer durch den gesamten Fels und ich hab gelesen, dass dieser Wasserfall daran schuld ist, dass der Glendalough, der einst ein einziger See war, geteilt wurde, weil so viel Fels in den See gespült wurde.

So führte mich mein Weg weiter einen märchenhaften Pfad entlang.


Zwischendurch hatte es aufgehört zu regnen und die Sonne kam durch. Und wenn mal der Wind kurz wehte und die Tropfen von den Blättern schüttelte, die dann in der Sonne glänzten.... atemberaubend. Und leider nicht mit einer Handycam erfassbar.
Auf jedenfall konnte ich in diesem Augenblick gut verstehen, weshalb Menschen an Elfen und Einhörner glauben (und zwar nicht in einem mädchenhaften, sondern in einem mystischen Sinne).


Irgendwann gab es dann eine Biegung, die nur für den White Path bestimmt war. Sie kam abrupt und führte schnurstracks in den Wald. Schilder wiesen darauf hin, dass man auf dem Holzweg bleiben sollte, um die Natur zu schützen. Fein fein. Noch nie war ich so lang auf einem so schönen Holzweg^^ (Und Matthias: ja, ich bin ihn auch zu ende gelaufen! xD)
Da begann erst der wirklich steile Teil. Die zunächst chillig flache Treppe schlängelte sich bald im 45°-60° Winkel nach oben und das gut eine halbe Stunde lang. Hätte nie gedacht, dass ich je so hoch kommen würde, aber ich war jedes mal stolz auf mich, wenn ich mal zurück blickte und sah, wie weit es nach unten ging. (Keine Sorge, ab und zu gab es ein paar Geländer zur Sicherheit).

.... und dann plötzlich: BÄM - Blieb mir der Atem weg. Auf einmal war ich aus dem Wald heraus getreten und überblickte eine gewaltige Landschaft von so einer Schönheit, dass ich nach etwa 2 Minuten fassungslosen rumstehens Tränen in meinen Augen bemerkte.

Klickt gerne mal auf Vollbild, auch wenn die Quali nicht die Beste ist!  Vor mir waren Klippen, an denen es steil herab ging, was ich natürlich alles nicht erfassen konnte.Vllt gibt es ja irgendwann 3D-Fotoapparate.


Nach einiger Zeit konnte ich dann auch den ganzen See überblicken:

Und mein Weg führte mich immer weiter, an diesen unglaublichen Klippen entlang. Der Berg, auf den ich dabei zwischendurch stieg heißt "An Spinc".



Wozu braucht man Navigationskenntnisse, wenn man einen Holzweg hat? <3

Eine weitere Sichtung des mysteriösen Fußes! Warnung, er IST gefährlich!


Ein Prachtexemplar der traditionsreichen irischen Kunst, Fremdlingen die Orientierung zu erschweren. (Zur Erklärung: Im Nationalpark gab es Pfosten mit bunten Pfeilen und für den White Path musste man natürlich den weißen Pfeilen folgen... soweit jedenfalls die Theorie....)
Irgendwann endete mein schöner Holzweg und ein etwas schroffer Steinweg begann, als ich die Klippen hinter mich ließ. Es ging in einer Kurve ins Tal hinein und die Landschaft war zunehmend von Granit geprägt.

Hmmm irgendwelche namenlosen Ruinen....

Steinweg :<

Hier war ich bereits mehr als drei Stunden unterwegs. Vllt hilft euch diese Zeitangabe ja dabei, die gewaltigen Dimensionen einzuschätzen.
Irgendwann kam ich dann endlich an der Spitze der White Route an: Eine kleine Holzbrücke über einem Felsbach, der das Tal durchschnitt. Ab diesem Punkt kehrte der Weg wieder zurück in Richtung Anfangspunkt, nur eben auf der anderen Seite des Sees.


Ich hörte und sah auch Hirsche! Gang ganz nah! (Natürlich sieht das auf den Bildern nich so nah aus, aber was solls....)
Auch von unten aus gesehen ist Glendalough wunderschön:


Auf dem Rückweg wurde der Pfad, an dem ich entlang lief, irgendwann immer unkenntlicher. Schließlich löste er sich ganz in einer Felslandschaft auf. Sich zurecht zu finden war dennoch nicht so schwer, die steilen Felsen zur linken und der Fluss zur rechten gaben einem nämlich nicht großartig eine Wahl, wo man lang laufen konnte. Der Abstieg wurde dennoch recht abenteuerlich und hat mir ziemlich Spaß gemacht^^ Man musste nicht großartig klettern aber durchaus mal von Fels zu Fels springen, sich nen Meter herabrutschen lassen oder sich zwischen den Felsen hindurch-krebsen.
Als ich mir die Granitlandschaft zu meiner Linken so ansah, konnte ich aber nicht umhin an meine Freunde zu denken. Vor allem wurde ich einfach die Vorstellung nicht los, wie Kojo, Joe und Hanu an einfach jedem einzelnen gottverdammten Felsen hochklettern mussten, so unweigerlich wie das nunmal in ihrer Natur liegt^^ Aber verdammt nochmal, dort gab es einfach krass viele coole Felsen! Und die sehen auf diesen Bildern auch noch so klein aus!
Lasst euch von der Perspektive nicht lumpen, die Spitze dieser Felsen war etwa parallel zu den Klippen, auf denen ich vorhin gelaufen bin. Das ging einfach mal verdammt weit nach oben. Entsprechend groß waren diese Felsen. Ich wünschte ich hätte einfach mal irgend einen Touristen ins Bild stellen können, damit ihr ne Relation habt....


Irgendwann stieß ich dann auch noch auf die Ruinen eines alten Bergarbeiter-Dorfes...

 ...Und die zwei weißen Punkte auf diesem Bild sind die galanten Ärsche von Bergziegen:


Danach versagte der Akku meines "Outdoor"-Smartphones. Naja, es hat fast bis zum Ende durchgehalten, so lange hätte ich es nicht eingeschätzt. Irgendwann nach dem Bergarbeiter-Dorf, bei dem der Weg irgendwann von Bächen durchkreuzt war und sich völlig verlief, kam man dann schließlich an einen Nadelwald und dann auf einen Asphaltweg. 6 Stunden war ich gelaufen und ich war von Herzen erfrischt. Ich hatte noch die Gelegenheit, mich ein bisschen hinzusetzen und mir den See noch etwas anzusehen, und als ich dann schließlich wieder an dem Monastic Village entlang kam, war auch schon Sonnenuntergang und es tauchte die Ruinen in ein traumhaftes goldenes Licht.

Es war einfach nur der Wahnsinn. Ich bin so dankbar, dass es mir möglich gemacht wurde, sowas zu sehen.....

Total müde Grüße,
Eure Gab

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Ir(r)land Kapitel 1: Wicklow Town - Are you LOST?

Ok, nach einigen Tagen der Abstinenz werdet ihr jetzt ersma mit 2 Posts bombardiert. Hab mich nämlich unheimlich viel rumgetrieben und war an meinem freien Tag in Glendalough. Letzteres werde ich euch aber bald in einem seperaten Post beschreiben, denn das waren einfach mal zu viele Eindrücke und ich will euch aber jetzt schon ein bisschen was von meinen restlichen Tagen erzählen xD

Erstmal: Ja, Gab schafft es, sich immer und immer wieder in einem 10.000 Seelen Städtchen mit drei kleinen Hauptstraßen zu verlaufen. Immer - Und - Immer - Wieder!
Nichtsdestotrotz habe ich bisher immer meinen Weg zurück gefunden, auch wenn ich einfach nur ständig auf Abwege gerate. Dies raubt Zeit, aber eigentlich find ich das ganz gut, denn wie der Titel dieses Blogs schon sagt: Wer sich verläuft, sieht mehr von der Welt.

Zum Beispiel wollte ich vor kurzem zum Lidl am Stadtrand, weil ich nen Kuchen backen wollte und Eier brauchte (Eier, wir brauchen Eier!!!!). Auf dem weg dahin wurde ich aber von einem Gebäude abgelenkt....

St. Patricks Church

Ich kannte den Weg zum Lidl wohlgemerkt bereits. Aber ich bog trotzdem ab um dieses Gebäude näher zu betrachten. Die Straße machte danach eine Rechtskurve und ich nahm fröhlich an, sie würde parallel zur Hauptstraße verlaufen und irgendwann würde es sicher eine Möglichkeit geben, abzubiegen und wieder auf dem rechten Weg zu sein. Also ging ich einfach weiter, wollte ja nich immer die selben Ecken von Wicklow sehen. Aber von wegen. Jede Abbiegung auf dieser Straße führte in eine Sackgasse. Guter Hoffnung lief ich weiter und weiter, hinein ins Villenviertel, bis ich dann irgendwann Schaafe sah. Hm, das war dann wohl doch ein bisschen weit. Als ich irgendwann allmählich über das Umkehren nachdachte, kam dann doch endlich die ersehnte Biegung in Richtung einer Hauptstraße.



Nach einer gewissen Weile stieß ich dann auf das Ortseingangs-Schild, was mir unweigerlich anzeigte, dass ich wohl weit aus Wicklow herausgelaufen war ^^' Aber das war es wert. Lidl danach zu finden war kein Problem und der Kuchen (mein so genannter "Everything Cake", weil ich alles rein tat, was mir in den Sinn kam) war lecker. Die Reste des Kuchens hab ich heute an Kinder verschenkt, die hier ankamen und "Tik'o Teat" murmelten. Von einem wollte ich einen Trick sehen. Aber dann machte er nur ein Paar schrille Geräusche und nahm sich trotzdem was Süßes xD














Ich hatte auch einigen Spaß am Kürbis-Schnitzen, wie ihr sehen könnt^^ Mal gucken, Halloween geht hier ja noch eine Weile. Mal schauen, was ich noch so machen kann. Auf die ein oder andere Party werde ich sicherlich gehen.

Um wieder auf meine ewige Orientierungslosigkeit zurück zu kommen: Heute war wunderschönes Wetter in Wicklow, da dachte ich mir, ich erforsche endlich mal ordentlich die Küste.
Ersma ging ich allerdings zum Leitrim River. Wir hatten noch ne Menge trockenes Brot zum Vögel-Füttern.

Die Möwen waren cool, die haben die Brotstücke im Sturzflug in der Luft geschnappt, bevor die trägen Schwäne was haben konnten xD Hatte viel Spaß daran.


Und ich wurde auch von einer recht ulkigen Krähe gebothert, die auch nachdem ich fertig war ne ganze Weile nicht mehr von meiner Seite wich. Sie bekam natürlich auch hin und wieder was.







However, ich ging also dann in Richtung Küste und beguckte ein Paar Ruinen:

Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, war Wicklow einst eine Vikinger-Festung. Das sind dann wohl ihre Überreste.








Google Foto
Auf dem Weg dahin habe ich sogar Kormorane gesehen! Ich hab sie aber nich fotografiert, weil ich dachte, meine blöde Kamera kriegt das eh nich sonderlich gut hin. Hier in Wickow nennt man sie "Witches of the Sea" weil sie so hexenmäßig aussehen, wenn sie ihre Flügel ausbreiten. Kinder nennen sie auch "Ducky Divers" und spielen ein Spiel, in dem sie Wetten, wo ein Kormoran wieder auftauchen wird, wenn er mal ins Wasser rein geflogen ist. Die legen nämlich längere Strecken dabei zurück.


Wicklow hat eine wirklich tolle Flora und Fauna. In den umgebenden Bergen gibt es eine Pflanze namens "Heather", die im Herbst rosa blüht, so dass die Berge hier für kurze Zeit komplett rosa sind. Das ist dieses Jahr noch nicht passiert, also krieg ich das vllt noch zu sehen. Außerdem gibt es hier Delfine, die mit einem spielen wenn man im Hafen schwimmen geht oder mit dem Kayak rausfährt. Nen Kayak könnte ich mir sogar für nen Tag mieten und das mal ausprobieren, wenn ich die Zeit finde und das Wetter gut ist. Außerdem kann man Nachts im Leitrim River wohl manchmal Otter sehen und letztes Jahr wurden hier auch Walhaie gesichtet. Echt Hammer^^

Naja, mir wurde die Tage jedenfalls erzählt, dass man zum so genannten "Wicklow Head" gelangen kann, wenn man ein bisschen weiter Südwärts geht, von diesen Ruinen aus gesehen. Ich habe einen entsprechenden Pfad direkt an den Klippen entdeckt, und entgegen dem Rat, lieber die Hauptstraße lang zu laufen, war ich mehr auf Abenteuer aus. Und schließlich war da ein Pfad, also war ich wohl nicht die erste Person, die auf diese Idee kam. Nicht weit von mir sah ich in dieser Richtung auch Menschen. Also dann an den Klippen entlang gelatscht.
Beweisfoto: Dieser Schuh wurde in Wicklow Town gesichtet! Er ist höhst gefährlich! Bitte berichten Sie jede Sichtung sofort dem Örtlichen Schuh-Experten!
 
Eine von vielen Höhlen in den Klippen.

Komische Vögäl!

Irlands schroffe Schönheit.




Noch nie auf sooooo kuscheligem Gras gelegen. Wunderbar. Dabei wollte ich mir nur mal die Schuhe fester binden....
Naja, es war ein toller Trip, aber es stellte sich nach einer Weile heraus, dass ich volle Kanne auf einen Golfplatz gelaufen war. Die Leute, die ich vorhin aus der Ferne gesehen hatte, waren ebenfalls Golfer. Ich hatte im Hinterkopf, dass Wicklow Head hinter diesem Golfplatz sei, also dachte ich, dann lauf ich eben durch! Nix da. Ich irrte etwa 1,5 Stunden darauf rum, denn er war größer als ich dachte. Als ich dann endlich am Ende ankam, ging es da nicht durch, es sei denn man kämpfte sich durch Stacheldraht. Und ich musste auch irgendwann wieder ins Hostel zurück. Ich machte mich also auf die Suche nach einem Ausgang und kam nie am Wicklow Head an. Zwischendurch habe ich sehr, sehr viele Golfspieler irritiert. Ich glaube die hielten mich für verrückt oder bekifft, so ziellos wie ich auf diesem Golfplatz herumirrte xD Naja. Trish meinte, vllt fährt sie mich ja irgendwann zum Wicklow Head hin. Sie meint, dort gibt es Seehunde und die kommen zu einem rüber, wenn man ein Liedchen pfeift. Sie hat es selbst nie geglaubt, aber es soll wohl stimmen. Wäre gespannt, ob das klappt^^


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