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Irland Kapitel 7, Kilgarvan - Ein Mitglied des Rudels (Part 1)

Tadaaaaaa^^ Endlich, nach mehr als 6 Wochen Entzug kann ich euch endlich einen neuen Blogeintrag liefern. Wie einige von euch schon wissen, hat bei meinem neuen Host in Irland, Jacky, das internet nicht gut genug funktioniert um das schreiben meines Blogs zu ermöglichen. Jetzt ist aber alles vorbei und auch meine Tage in Irland sind gezählt. Genauer gesagt befinde ich mich gerade im zwiellichtigen Inverness in einem mehr oder minder zwiellichtigen Hostel und werde versuchen, innerhalb der nächsten Tage einen halbwegs guten Rückblick abzuliefern. Es gibt unheimlich viel zu erzählen und möglicherweise vergesse ich jetzt beim schreiben so einiges, aber dann hab ich eben in den zukünftigen Parties mehr coole Anekdoten zu erzählen, die ihr noch nicht wisst^^

Um das ganze etwas übersichtlicher zu gestalten werde ich versuchen das alles halbwegs in mehreren Blogeinträgen zusammenzufassen, u.a. auch, weil das Schreiben viel Zeit in Anspruch nimmt und ich nicht so viele Stunden auf einmal entbehren kann. Daher kriegt ihr alles in mundgerechten schnipseln^^
Die ersten zwei Blogeinträge werden euch so ein bisschen einen Eindruck von meinem Alltag bei Jacky in Kilgarvan geben und ich erzähl euch ein bisschen was von meinem Tagesablauf und vor allem von den ganzen Tieren, mit denen ich zu tun hatte. Für die üblichen Mitglieder des Rudels habe ich sogar Icons gemacht, weil ich kaum glaube dass ihr euch die ganzen Namen merken könnt xD Heute beschreibe ich ersteinmal den Ort, meine Morgenroutine und stelle euch die 7 kleinen Hunde vor, die im Haus leben. Morgen beschreibe ich meine Arbeit und die Tiere, die größtenteils außerhalb des Hauses leben.

Der nächste Teil umfasst dann die ganzen Sonder-Abenteuer und alles un-alltägliche was mir so einfällt. Ich hab so manche abgefuckte Abenteuer mit den Dorfleuten von Kilgarvan erlebt und auch einiges von der Natur gesehen. Aber das kommt dann wann anders^^

Ein weiterer Beitrag der hier bald folgen wird, wird meine kurze Zeit in Edinburgh umschreiben und dann sind wir endlich im hier und jetzt angekommen, hoffe ich^^
Also gut... Challenge Accepted!


Erst einmal zum Ort. Jacky wohnt recht abgeschieden, einige Kilometer entfernt vom nächsten 100-Seelen-Dörfchen namens Kilgarvan, auf einem Berg. Der Berg soll laut den Einheimischen magisch sein, denn auf seiner Spitze gibt es einen mysteriösen perfekten Kreis aus Apfelbäumen, von dem gesagt wird dass dort Feen umherwandeln. Eine Anspielung auf die Magie befindet sich auch in seinem Gälischen Namen (den ich leider nich weiß weil Jacky den vergessen hat), im groben sagt der Name aber sowas wie "Berg der Jugend", denn alle Wesen die ihn bewohnen werden unheimlich alt (was auch Jacky mit ihren Hunden bisher bestätigen konnte).
Das Klima ist regelrecht Mediterran, denn dank dem Golf-Strom und einigen küstennahen Strudeln ist diese Ecke von County Kerry einer der wärmsten Orte in Irland. Vorgestern lief ich dort noch auf T-Shirt rum und heute sitz ich im schottischen Schnee. Verrückt^^
Um zu Jackys Haus zu kommen, muss man erst einmal weit weg von der Hauptstraße und dort ein Tor und einen breiten, löchrigen Kiesweg finden, der sich dann einige Kilometer in Serpentinen-Kurven nach oben schlängelt. Und nachdem man irgendwann den Eindruck hat, mitten im Nirgendwo zu landen, erscheint dann ganz weiß und modern Jackys Haus hinter der letzten Kurve. (Le Vollbild is keine schlechte idee^^)

Jackys Haus

Ausblick vom Haus aus
 Zu meiner absoluten Freude ist bei ihr zuhause alles beheizt, sogar der Fußboden! Die Küche ist modern, das Bad ist super ausgestattet und ich hatte sogar ein eigenes Zimmer mit Doppelbett^^ Ihr könnt euch vorstellen, nach all den eher unkomfortablen Schlafstätten auf meinen Reisen fühlte ich mich bei ihr sofort wie eine Prinzessin^^ Nicht nur das, Jacky hat mich auch noch bekocht! Sie ist eine Frau, die eigentlich eher ein Luxusleben gewöhnt ist und daher auch mit ihrem Essen sehr sehr wählerisch ist. Daher hat sie mich vorsichtshalber nie kochen lassen und hat sich stattdessen stets die mühe gemacht, mir die aller tollsten Gerichte aufzutischen, jeden Abend. So eine Speise-Variation hatte ich in meinem Leben noch nie über so eine lange zeit^^

Die grundsätzliche Arbeit bei Jacky ist so eine Mischung aus Tierheim und Feriengelände für Tiere. Das heißt genauer gesagt: Als Privatperson nimmt Jacky immer wieder Tiere aus Tierheimen bei sich auf, entweder weil sie ohnehin keine Chance auf einen neuen Besitzer haben, oder um die Tierheime zu entlasten indem sie welche bei sich aufnimmt bis sie einen Interessenten finden. Davon abgesehen bietet Jacky aber auch an, dass Leute ihre eigenen Haustiere zu ihr bringen, wenn sie aus welchem Grund auch immer gerade weg müssen. Dafür lässt sie sich zwar bezahlen, aber es ist nicht besonders viel und im Prinzip verschuldet sie sich eigentlich die ganze Zeit. Das macht aber nix, sagt sie, denn davon hat sie ja auch viel. Soviel zum Ort... *lufthol*

Kommen wir zu meinem Tagesablauf, daran kann ich euch glaube ich nach und nach die Tiere am besten vorstellen^^ Morgens aufwachen war immer recht verschieden. Übliche Zeit war 9:30 Uhr aber wenn wir am vorabend einen Trinken waren, war auch eine spätere Uhrzeit in Ordnung, und an manchen Tagen musste ich schon beim ersten Bellen der Hunde aufstehen, in dem Versuch sie davon abzuhalten, "Statements" abzugeben. Morgens gab es nämlich stets ein kleines Problem, das nicht verschwinden wollte: Kurz bevor ich zu Jacky kam hatte sie einen Hund von einer Freundin bei sich im Haus, der normalerweise sauber ist, bei Jacky aber immer auf den Boden gepinkelt hat, sobald sie keine Aufmerksamkeit bekam. Das haben sich Jackys Hunde netterweise abgeguckt. Diese "Statements" tagsüber unter kontrolle zu kriegen war kein Problem, aber nachts wird es echt schwierig, weil man ja nicht da ist um die Hunde eines besseren zu belehren. Wer auch immer also morgens als erstes auf den Beinen war hatte erst einmal ein paar Pipi-Pfützen aufzuwischen und ein paar Haufen aufzukehren - der erste Scheißjob des Tages xD Wir haben ewig rumprobiert, teilweise ist Jacky extra mitten in der Nacht aufgestanden um sie zum pinkeln rauszulassen, teilweise musste ich sie vorm Schlafengehen nach draußen begleiten und dort rumstehen bis sie ihren Haufen gemacht haben - nur um am nächsten morgen trotzdem welche zu finden -.- Wir begannen also, den Raum aufzuteilen und verschiedene Hunde in verschiedene Plätze der Wohnküche zu sperren um herauszufinden, wer denn der Anstifter ist. Und da bestätigte sich auch meine Vermutung. Es war mein Erzfeind. Mein Alptraum-Hund. Es war Lizzy, der Yorkshire Terrier.

Lizzy
Fortan haben wir sie Nachts getrennt von den anderen gehalten und sie hat fröhlich weiter vor sich hin geschissen, während sich die anderen recht schnell wieder eingekriegt haben. Abgesehen von diesem Problemchen war Lizzy aber auch der größte Kläffer. Sie hat aus mir unerfindlichen Gründen immer wieder angefangen zu bellen, da hat es schon gereicht sich unerwartet zu bewegen. Und wenn sie ersmal anfing, hörte sie so schnell nicht auf. Dabei sah sie zudem witzigerweise immer so aus wie einer der Jip-Jips aus der Sesamstraße xD Herrlich.
Morgens wenn ich in die Küche kam war sie stets die erste, um mich anzuspringen und wenn ich mal keine Socken anhatte, hat sie gerne mal an meinem Zehen zumgeknabbert. Das hat zwar nur gekitzelt aber die Zehen gekitzelt zu kriegen während man versucht diesen kleinen Hund nicht ausversehen zu zertreten is schon schlimm genug xD

Lizzys Mom, Tiny, ist ebenfalls mit von der Partie, allerdings ist sie gott sei dank wesentlich ruhiger und netter. Die namen sind allerdings verwirrend da Tiny um einiges größer ist als Lizzy. Ich hab mich bis zum ende nicht vollständig daran gewöhnt.

Tiny
Tiny hatte außerdem eine ganz besonders hervorstechende Eigenschaft: Sie war eine Eidechse im Körper eines Hundes. Oder ein Terrier-förmiger Joker.... jedenfalls hat sie ständig mit der Zunge rumgeschnalzt wie eben diese xD Mehr noch, wann auch immer sie ein bisschen nackte Haut vor die Zunge bekam, hat sie das natürlich abgeleckt. Meine Hände und mein Gesicht wurden von ihr mehr geputzt als von eigentlichem Duschwasser xD Manchmal war sie besonders fies, denn ihr lieblingsplatz war stets auf der Treppe, genau auf Kopfhöhe, und wenn man zu nah vorbei ging verpasste sie einem gerne mal ein feuchtes Ohr. Das schlimmste was einem passieren konnte war jedoch, in einem unachtsamen Moment mal ein sogenanntes Bauarbeiter-Dekoltée preiszugeben...... DAS passiert einem wirklich nur einmal und nie wieder! O__O


Ich in Arbeitskleidung, beim Schuhe-Anziehen.
Nachdem alle Hunde rausgelassen wurden und alle Exkremente entfernt wurden (Falls Jacky das nicht schon getan hat), wird es Zeit fürs Frühstück. In der Regel Porridge, Toast und Tee. Damit kam ich wunderbar klar, obwohl es eig immer wieder das selbe war aber ich liebe Porridge einfach so sehr^^

Während des Frühstücks sind natürlich die ganzen anderen Hunde nicht weit, allen voran Diamond, der niedlichste Bullterrier ever. Mit ihr hatte ich ebenfalls so meine Auseinandersetzungen xD

Diamond

Diamond hat die Kunst perfektioniert, Menschen dazu zu bringen sie zu unterschätzen. Sie guckt einfach immer unheimlich niedlich und doof, aber wenn es um Essen geht kann sie verdammt trickreich sein. Beispielsweise ist sie problemlos in der Lage einen Kühlschrank zu öffnen, weshalb sie tagsüber, selbst wenn man auch nur kurz weg geht, in einen Käfig schließen muss. Zwei mal habe ich es vergessen und es endete in beiden Fällen mit erheblichen Verlusten. Nachts bringt ihr das allerdings den Vorteil, als einzige in Jackys Bett pennen zu dürfen.
Aber damit nicht genug. Diamond hat es zum beispiel auch geschafft, eines Tages in mein Zimmer einzubrechen und meinen BW-Rucksack zu öffnen um dort drin sämtliche Toffifee zu verspeisen. Nachdem ich nur noch die Fetzen der Verpackung entdeckt hatte, dachte ich mir ich bin klüger und tu die Süßigkeiten von nun an in eine Schublade in einem kleinen Schrank. Die konnte sie tatsächlich nicht öffnen... also schmiss sie kurzerhand den kompletten Schrank um. An die Kekse kam sie nicht, aber der Schrank fiel auf meinen Backpack xP Zum Glück befand sich nix zerbrechliches drin....
Und wenn sie was wohlriechendes und unbewachtes auf der Küchentheke bemerkt, dann ist sie als einziger der kleinen Haus-Hunde in der Lage, dort hinauf zu springen - und zwar so leise und samtpfotig wie eine Katze. Alles dinge die man ihr nicht zutraut^^ Aber wenn sie einen dann wieder mit ihren großen, unschuldigen Augen ansieht, einem auf den Schoß hüpft um gekrault zu werden oder wenn sie einfach mal wieder irgendwo rumschnüffelt und dabei klingt wie ein kleines grunzendes Schweinchen, dann kann man ihr einfach nicht böse sein.

Diamond ist außerdem diejenige, die immer gemeinsam mit Chocky als erstes auf dem Sofa sitzt, sobald Jacky sie nicht beachtet. Chocky ist die älteste Hündin und verhält sich wie die Queen höhstpersönlich, regelmäßig blickt sie einen ganz dramatisch an xD Sie ist auch die einzige die auf dem gesamten Land von Jacky frei herumlaufen darf, da sie genau weiß wo sie nich hin darf. Chocky war einst wild, bissig und alles andere als handzahm, aber Jacky nahm sich ihrer an und heute ist sie der treuste Haushund der ganzen Truppe.

Chocky und Diamond
Chocky

Chocky ist der Alpha-Hund unter den kleinen, aber sie hat eine sehr aufmüpfige Rivalin namens Loulie.

Loulie ist verglichen mit den anderen noch sehr jung und eine Hündin von der Sorte, die vermutlich nirgendwo sonst ein Zuhause finden würde. Sie ist so gut wie blind (einmal hat sie nen Stuhl angebellt weil sie dachte, Chocky säße darauf) denn ihre Augen sind völlig trocken. Diese Krankheit hat sie schon von Geburt an und damit sie keine Löcher in den Augen kriegt, müssen sie mehrmals täglich gereinigt und mit einer teuren Salbe behandelt werden, für den Rest ihres Lebens. Sie ist außerdem eine sehr seltsame Kreuzung aus chinesichem Nackthund und Jack Russel Terrier, was sie zu einem außergewöhnlich fragilem Wildfang macht. Von ihrem reinen körperlichen Zustand her sollte sie eigentlich nur in einem warmen Bettchen liegen und sich verhätscheln lassen - und doch hat sie von allen hunden den erbarmungslosesten kampf- und jagdinstinkt. Sie hat zum Beispiel eine Ratte getötet die etwa halb so groß war wie sie selbst. Und sie legt sich ständig mit allen Hunden an, egal ob groß oder klein. Insgesamt kann sie aber auch sehr sanft sein, vor allem wenn sie kuscheln will. Und sie weiß ganz genau wie sie einem Menschen dazu kriegt, sie zu tätscheln^^


Loulie

Aber das ist noch lange nicht alles. Im Haus befindet sich noch ein weiterer Yorkshire-Terrier und sie ist wirklich das zuckersüßeste fusselige Etwas auf dem gesamten Gelände. Nicht umsonst ist ihr name Sweety. Sie ist die kleinste von allen, passt einem zusammengerollt locker auf eine Hand, sie ist auf einem Auge blind, hat ne Hautkrankheit und scheint stets über ihre eigenen Füße zu stolpern, wenn sie versucht sich zu beeilen.

Sweety
Ich hab sie auch mal in mein Bett geschmuggelt, weil es einfach so herzzerreißend ist, sie vom Schoß runterzuwerfen, wenn sie sich schonmal darauf eingerollt hat.<3

Sweetys bester Freund und Beschützer ist der einzige Kerl unter den Kleinen, Spikey. Spikey is schon echt cool und wirklich wunderschön wenn man ihn rennen sieht, aber auch ein echer Troublemaker.
Er versucht ganz gerne, sich mit Diamond zu prügeln, aber diese wehrt sich ja nichmal wenn einer der Hunde ihr das Essen aus dem Napf stiehlt (japp, sie ist sehr sehr friedlich, trotz ihrer liebe zu essen...).
Spikey
Er ist eher verspielt als verschmust und jagt gerne mal den eigenen Schwanz xD Allerdings hat er auch das schrillste Bellen von allen drauf, und gerät regelrecht in Panik wenn einer der Menschen nach draußen geht um irgend eine Arbeit zu verrichten. Das wurde jeden morgen zu einem Problem, sobald ich mein Frühstück fertig hatte. Schon wenn ich nur meine Gummistiefel anziehen wollte, war Spikey vor mir und begann zu winseln.
Manchmal gesellte sich auch Chocky dazu, allerdings fröhlicher, um ihren Kopf mit aller gewalt möglichst dort hin zu pressen, wo sie mich am meisten beim Schuhe anziehen behindern kann xD

Sobald ich dann allerdings die Tür öffnete begann Spikey seine schrillte Bell-Tirade, was Jacky einiges an Kopfschmerzen bereitete. Wenn Jacky gerade nen Hangover oder schlechte Laune hatte, nahm ich Spikey öfter mal an die Leine, wenn ich konnte, und nahm ihn einfach mit mir mit.

Und hiermit kennt ihr zumindest schonmal das kleine Hausrudel^^ An diesem Punkt fängt meine Arbeit an, die ich euch beim nächsten Blogeintrag beschreibe.

To be continued........

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