RSS

Ir(r)land Kapitel 2: Doolin und die Cliffs of Moher


Nun hat's mich ebenfalls erwischt Leute: Ich bin übelst erkältet xP Aber das studenlange stehen im Regen war es wert.

Wie schon vorher erzählt, bin ich einem Mädchen aus Deutschland begegnet, namens Sarah. Und wir haben uns für das Wochenende vorgenommen, die Cliffs of Moher zu sehen (an alle Harry Potter Fans: Dort wurden auch Szenen aus dem 6ten Film gedreht. Die mit der Höhle wo Dumbledore und Harry hinfahren um nen Horkrux zu zerstören.)

Da wir aber beide recht mittellos sind, entschieden wir uns fürs hitchhiken. Erst einmal war es wirklich eine Tortur überhaupt aus Galway herauszukommen. Zwei Stunden lang standen wir bei 5° im November-Nieselregen, mit hunderten von Autos die an uns vorbei fuhren. Mittlerweile weiß ich, dass es in größeren Stadten wirklich viel schwerer ist, per Anhalter zu fahren. Irgendwann nahm uns endlich eine junge Frau nach Gort mit... stellte sich aber heraus, dass das nicht so wirklich der richtige Weg nach Doolin war, wo wir hin wollten. Immerhin waren wir aber raus aus diesem Großstadt-Effekt. Von dort an mussten wir nämlich nicht annähernd so lange auf den nächsten Fahrer warten. Wir kehrten ein Stück zurück, nach Kinvarra, und von dort aus ging es mitten durch die Pampa nach Kilfenora. Kilfenora war dann schließlich so weit am Arsch der Welt, dass uns schon das zweite vorbeikommende Auto mitnahm, nach kaum 5 Minuten. Es waren zwei Amerikanische Touristen, die auch nach Doolin wollten. Wir landeten in einem üüüüberaus komfortablem Hostel, hatten einen Raum für uns selbst und waren müde von einer eher nervenaufreibenden Reise durch County Clare (die auch nur deshalb so anstrengend war, weil sie so lange dauerte und es kalt war. Und, irgendwann, auch noch zappen-duster.)
Sarah hatte am Samstag geburtstag, also entschieden wir uns, in einem nahegelegenem Pub reinzufeiern.
Doolin ist nun aber wirklich der kleinste Ort gewesen, in dem ich bisher war xD Vllt 100 Einwohner und zwei Pubs, ausgebreitet über vllt 3-4 Kilometer pure Dunkelheit, an einer Landstraße, die auch nicht mehr war als ein dünner Streifen Asphalt zwischen Schaafs-Weiden^^ Dafür hat Doolin aber ein florierendes Touristengeschäft. Zumindest im Sommer. Jetzt im November, waren wir so gut wie allein.
Wir gingen also mit Taschenlampen die Straße entlang, bis wir endlich auf's O'Connels stießen. Und da drinnen, nun, da war wirklich das pure irische Leben los. Ich glaube wir haben an diesem einen Abend wirklich jeden einzelnen Dooliner kennen gelernt xD So viele Leute waren dort, vor allem ältere, und haben Musik gemacht und getanzt und waren unheimlich irisch^^
Da ich schon eine aufkommende Erkältung spürte, bestellte ich mir auch ein unheimlich irisches Erkältungs-Heilmittelchen: Heißen Whiskey. Oder genauer gesagt, Whiskey mit heißem Wasser, Zucker, Zitrone und Gewürzen. Hammer gut!
Die hatten da gerade irgend ein Event wegen einer Spendensammlung, daher waren auch so viele Leute da. Und im Laufe des Abends wurden sogar gratis Snacks verteilt^^ Und damit meinte ich Brötchen mit Lachs und heiße Hühnchenschenkel und Würstchen. Und um Mitternacht sangen alle Leute im Raum einen Geburtstagssong für Sarah.

Am nächsten Tag machten wir uns auf eine weitere Fahrradtour, diesmal zu den Cliffs of Moher und rund um die Burren Landschaft. Verdammt bergig, verdammt anstrengend, aber zum Glück sind Sarah und Ich beide völlig sportfaule, beinmuskelfreie Fahrradmuffel, das heißt wir mussten einander nix beweisen und hatten einen allgemeinen Konsens, wenn es zu steil bergauf ging, zu schieben^^ Wir hatten tatsächlich recht viel Spaß daran.
Der wohl belebteste Teil von Doolin. Glaubt mir, mehr Häuser als auf diesem Bild gibt es da nirgendwo sonst xD




(PS: Da ganz hinten links, das bin ich! xD Auf nem Fahhrad! Unglaublich oder?)

:)


Zwei Stunden verbrachten wir dann an den Cliffs of Moher. Es war recht eindrucksvoll, aber leider bei weitem nicht so friedlich wie die anderen Klippen, die ich bisher gesehen habe. Warum? Es war völlig Touristenüberlaufen. Aber je weiter man an den Klippen entlang lief, desto ungemütlicher und windiger wurde es. Somit gab es auch immer weniger Menschen, aber irgendwann war es dann auch uns zu windig (man konnte sich tatsächlich kaum halten).
Coole Bilder gab es auf jeden Fall (Sarah hat die Fotos gemacht, sie hat ne Spiegelreflex<3)

Die Cliffs of Moher, im Groben. Die winzigen weißen Punkte sind Vögel. Und links oben auf den Klippen kann man Menschen sehen.

Noch schöner als das ganze sind die Details....

Ich nehme an, es ist recht naheliegend, sich von den Cliffs of Moher runterzustürzen, wenn man sich nach allen Regeln der Kunst umbringen will xD*hust*  ich musste lachen als ich das gesehen hab. Hab ich nen sehr schwarzen Humor?

Dieses Bild mag ich besonders. Dieses Wasser ist Gicht, was volle kanne in diese Biegung reinknallt und nach oben gefeuert wird. Ihr habt ja gesehen, wie hoch die Klippen sind (gut 300 meter). Der starke Aufwind, der diesen Ort auch zu einem Paradies für Vögel macht, treibt die Tropfen weiter hinauf bis an den Rand. So sieht es dann am Ende aus, als würde es permanent nach oben regnen. Ich war fasziniert von dem Anblick.

Dies war eine sehr unterhaltsame Krähe, die über unseren Köpfen die erstaunlichsten Kapriolen geflogen ist. Tolles Foto von ihr. Pure Freiheit im Flug. Ein bissl Photoshop und das Bild ist richtig coole Kunst.
Naja danach fuhren wir (endlich) bergab in ein weiteres Dorf und aßen richtig tolle Fish'n Chips. Danach wollten wir uns auf den Rückweg machen, allerdings wird es zurzeit schon gegen hallb 5 dunkel. Und unsere Dynamos funktionierten nicht. Und es war noch ziemlich weit nach Hause. Wir hatten also eine sehr abenteuerliche Fahrt vor uns, bekleidet mit gelben reflektierenden Sicherheitswesten, Handy-Taschenlampen in der Hand und einer stockdunklen Straße mitten in den Steinhügeln des Burren vor uns. Aber wir haben es geschafft^^ und wir verbrachten den Rest des Abends sehr chillig mit einer ruhigen Flasche Wein.

Am nächsten Morgen versuchten wir, zu den Doolin-Caves zu hitchen. Aber wir stellten dort dann fest, dass uns der Eintritt mit 13 Euro dann doch zu teuer ist. Nach einer halben Stunde auf einer leeren Landstraße mitten im Nirgendwo, einer ansonsten recht chilligen Hitchhiking-Rückfahrt nach Galway und einem sehr anstrengenden Tag mit meiner Erkältung befinde ich mich seit heute in Athenry, bei meinem neuen Host Francis. (hihi, ich kann unheimlich lange Sätze bilden xD Quaaalen, quaaaaalen für alle! xD). Ich denke, ich kann hier erst einmal für eine Weile bleiben, und habe mich schon mit den drei Katzen Lulu, Kiwi und Shi-Ogh, sowie mit dem Esel Kassie und dem Pony Flicka angefreundet. Francis ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse und besitzt ein Equipment-Paradies für jeden Künstler, Musiker und Fotografen, denn er betreibt alles davon für seinen Lebensunterhalt. Is schon ganz schön cool.

Ich werde euch in ein paar Tagen schreiben, wie mein Alltag hier wohl so abläuft. Bis jetzt erfreu ich mich erst einmal an einem Funken Gewissheit für die nächsten paar Tage.

Cheerio!

  • Digg
  • Del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • RSS

2 Kommentare:

Egle hat gesagt…

Mag ich :)
Was is'n das für ein Landfetzen im meer eigentlich? Ist das eine Insel?

Dreamchaser-gab hat gesagt…

jip, sind die Aran Islands. Ich wär da eig gern hin aber im November fahren die Fähren nich mehr von Doolin aus. Uns kosten tuts ja auch...

Kommentar veröffentlichen