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Ir(r)land Kapitel 2: Auf die harte Tour - Part 1


Iggi Pop sieht iwie creepy aus.... es geht mir nur um den Song, von dem ich die Tage oft einen Ohrwurm hatte, aber nur ein Lied allein ohne Video einzubetten geht iwie nich....
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Endlich wieder Zeit und ein kleines bisschen Internet, um ein Lebenszeichen von mir zu geben^^ Ich war die Tage hauptsächlich "on the road" und zwar so richtig. Und damit kamen auch einige mehr oder weniger harte Lektionen (daher der Titel). Vor allem über das Vorankommen von A nach B in Irland. Aber auch über mich selbst, zB. wie unerwartet strapazierbar meine Geduld ist im Gegensatz zu meinem Budget. Und dass ich doch irgendwo in mir wohl ein kleines, risikofreudiges, abenteuerlustiges Into-The-Wild-Männchen habe. Blöd nur, dass der Junge in Into the Wild am Ende des Films in nen Vulkan fällt oder so... (ich sollte den Film echt mal sehen!). Ich habe so viel zu erzählen, aber wo ich jetzt bin ist es dunkel und kalt, und ich sollte mich bald schlafen legen. Ich teile es also mehr oder minder wieder in zwei Teile. Die erste Hälfte allein wird schon genug Zeit in Anspruch nehmen^^

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Mein letzter Abend in Wicklow...
war sehr angenehm und nicht besonders ereignisreich. Trish hat Shepherds-Pie gemacht, für mich zum Abschied und für die neuen Helfer Paula und Edrienne zum Willkommensgruß. Und ich wiederum habe für meine beiden Hosts ein Zertifikat designed. Mit LaTeX^^ "The certificate of internationally acknowledged awesomeness." Hach, mit LaTeX kann man einfach alles machen....^^

Im Laufe des Abends habe ich mit Ian versucht, herauszufinden wie ich mit dem Bus nach Dingle komme. Aber wie ich nun, wenige Tage später, mit völliger Sicherheit sagen kann, haben auch die Iren nicht den geringsten Plan über ihre Busse. Teilweise nichmal die Busfahrer! Und auch nich die Leute am Schalter im Busbahnhof.
Ich habe mir also, ganz blauäugig, auf der Homepage von Bus Eireann eine Route ausgesucht, in der ich 3 mal umsteigen sollte und etwa 28 Euro bezahlen sollte. Ich fand das ja bereits relativ teuer, für gerade mal 383km. Trotz der kurzen Strecke durfte ich mich schonmal auf 9 Stunden Fahrt einstellen und darauf, nicht einen einzigen Bus verpassen zu dürfen, weil mein letzter Umstieg - in Tralee - der letzte Bus nach Dingle gewesen wär.

Busfahren ist KRIEG!!!
Nun, ich hätte niemals auf diese olle Webseite hören sollen. Ich wollte beim Busfahrer in Wicklow ein Ticket nach Dingle kaufen. Das gab es aber gar nicht. Als ich ihm erzählte, was im Internet stand, lachte er nur und meinte, der Seite solle man eh nicht trauen. Er verkaufte mir lediglich ein Ticket nach Dublin, aber das zumindest zum Studentenpreis, obwohl er nich gefragt hat, ob ich Student sei.... 9,20 Euro.

In Dublin ging ich zum Busaras (Bus-Hauptbahnhof) und wollte mir dann eben dort ein Dublin-Dingle Ticket kaufen. Gab es aber auch nicht! Ich war völlig entgeistert und die Frau am Schalter meinte, dann müsse ich wohl bei jedem Umstieg ein neues Ticket kaufen. Und ich wusste, dass mich das ziemlich teuer kommen würde...
Es folgte also Dublin-Limerick (13 Euro, immerhin "Express"). Limerick is tatsächlich der wahrscheinlich am wenigsten schöne Ort in Irland. Eine ziemlich große Stadt, die so auch im Ruhrpott hätte sein können, mit viel Industrie und, wie mir Trish erzählte, dem Problem, dass die zahlreichen Roma in der Stadt die Kriminalitätsraten hochjagen. Ich wette, das liegt an den selben Gründen wie hierzulande mit den türkischen Migranten.... Isolation, Anfeindungen, mangelnde Bildung.... whatever. Mir is jedenfalls niemand auf die Pelle gerückt.

Da ich momentan aber alles grundsätzlich alles leicht nehme, habe ich mich zumindest sehr an der Landschaft Irlands erfreut. Ich konnte kaum das Buch lesen, was Jan mir gegeben hat, weil ich nich vom Fenster wegschauen wollte xP
Ich schaute mich wohlgemerkt immer ein bisschen in den Bussen um und bin auf zwei Kuriositäten gestoßen:
1. Die Uhren in den Bussen stimmen NIE! Die geringste Differenz, die eine dieser Busuhren mit meiner Armbanduhr hatte, war eine halbe Stunde. Manchmal ist die differenz aber noch verwirrender, wie z.B. 1,23h oder ähnliches. Wie zum Teufel kann einem sowas passieren? Und dann in JEDEM Bus?!
2. Die Busse haben innen keine Anzeigen, wo man sich gerade befindet, aber lustigerweise Monitore, die einem anzeigen, wie es gerade draußen vor dem Bus aussieht...................... o____O yyyyyyyyyyyyyyeah...
Ich habe gestern mal einen Busfahrer gefragt, ob er wisse, wozu die da sind, aber er konnte mir das auch nicht beantworten. Er meinte auch, eigentlich sei es ihm nie aufgefallen, aber es ist tatsächlich irgendwie sinnlos. xD Hachja, die wunderbare Welt der Fehlinvestitionen....

Dann fand ich heraus, dass man in Irland wunderbar eine Bahncard als angeblichen Studentenausweis benutzen konnte^^ Da war schließlich ein Foto und ein Ablaufdatum drauf xD Nachdem ich es einmal versucht hatte, hatt es echt überall geklappt. Also ein wenig günstigeres Reisen^^
Es folgten Limerick-Tralee (15,30 Euro) und Tralee-Dingle (9,80). Damit war ich bei 47,30 Euro. Und ich wollte am Mittwoch ja noch von Dingle aus zu meinem nächten Host. Ich hatte ursprünglich etwa 55 Euro für beide Strecken eingeplant. Ein 3-Tages all-busses all-ireland Ticket hätte 57 Euro gekostet, aber ich dachte, das macht nich wirklich Sinn, so eins zu kaufen... hätte ich es bloß getan >_>
Nach dieser kostspieligen Odyssee habe ich beschlossen, am Mittwoch nicht nur das Ende des Weges zum Octupus Garden per Anhalter zu fahren, sondern mich am ganzen Weg per Anhalter zu versuchen. Ist schließlich umsonst und die Strecke is nich sehr weit....(Tatsächlich sind es 214km, aber ich wusste nur, es is gleich im County Clare, direkt nördlich von Kerry). Dazu mehr im zweiten Teil.
Liebe Deutsche Bahn, nie wieder werde ich mich auch nur im geringsten über dich beschweren! :'(

Dingle, das Paradies.
All die Mühe und all die Kosten sind es dennoch Wert gewesen. Ich war endlich in Dingle Town, mitten in der Nacht und sah zum ersten Mal in meinem Leben den offenen Atlantik..... so schwarz, dass das Wasser kaum vom Himmel zu unterscheiden war xD Obwohl ich sehr müde war, erlaubte ich mir trotzdem noch einen kleinen Spaziergang am Hafen, nachdem ich meine Sachen im billigsten Hostel abgeladen hatte.
So prinzipiell ist Dingle lediglich eine Meile bunter Häuschen an einem Hafen. Ins landesinnere gehts auch noch ein bisschen, aber insgesamt gibt es so 3 Straßen, die alles verbinden und weniger als 2000 Einwohner..... dennoch, so habe ich gehört, soll Dingle ganze 52 Pubs haben! Dingle ist durch und durch ein tourismus-orientiertes Dörfchen, hat aber dennoch einen gewissen irischen Charme.
Fast alle Gebäudefassaden sind entweder von einem Pub, einem Souvenirladen oder einem Fischrestaurant geziert. Mein Favorit war diese hier, die ich extra für Kojo nochmal am nächsten Morgen fotografiert hab:

 

Sowieso ist in Dingle alles bunt. Die Fischrestaurants verkauften zumeist frischen selbstgefangenen Fisch, was mir aber nicht zugute kam: Die meisten hatten Schilder an den Türen, die besagten: "Goin' out for fishin', be back in March" oder "Fishin' until Wednesday!". Aber zum Glück stand das nicht überall.

Ich wollte euch all das eigentlich am Montag schon schreiben, aber obwohl es hieß, mein Hostel hätte Internet, war das Modem gerade mal 56kb. Und selbst das half mir nix, denn ich konnte stundenlang verusuchen, auch nur eine Seite auf google maps aufzumachen, es war nicht von Erfolg gekrönt. Aber was solls, immerhin war es dort sauber, billig und ich hatte nen Raum für mich allein.

Ein Denkmal des örtlichen Hauptentertainers....

Hafeeeeeeeen

Die "Erste Reihe"


St. Marys Church
Die Pubmeile
Die Berühmtheiten, die schon im "Dick Mack's" waren.
Ein Nonnen-Friedhof... wobei mich manchmal Auffschriften wie "Sister Peter Finnegan" oder "Sister Richard Brown" eher irritiert haben....


In Dingle gibt es ein riesiges Angebot an Freizeitsport und Outdoor-Zeugs. Dazu gehört Kayak-Fahren, Outdoor- und Indoor-Climbing und "Abseiling" (ja, die nennen das so), Tauchen, Hochseefischen für Touristen, Schwimmtouren mit dem orstansässigen Delfin "Fungi" etc pp. Ich war besonders am Kayak fahren interessiert, zum einen, weil ich es in Wicklow schon machen wollte und zum anderen, weil es in Dingle Kayak-Touren zu Meereshöhlen und so Zeugs gibt. Dooferweise, war ich am Dienstag die einzige, die Kayak fahren wollte. Im November sind nämlich fast keine Touristen da. Und ohne eine Gruppe um mich herum, hätte ich 100 Euro für eine Einzeltour blechen müssen... sowas von NÖ. Leider.
Ich wollte trotzdem umheimlich gern so viel wie möglich von Dingle sehen, wie an einem einzigen Tag möglich war. Und dieses Bedürfnis trieb mich zu etwas, was ich sonst NIE machen würde: Einer Fahrradtour!
;D Ich mietete für 10 Euro ein Fahrrad bei "Foxy John", dessen Pub gleichzeitig ein Hardware-Laden und ein Fahrradverleih waren. Dann machte ich mich auf den Weg in die hügelige, windige Landschaft des "Slea Head Drive", einer Straße die direkt an der Küste langgeht, und zwar um die gesamte Halbinsel herum. Die anschließenden Schmerzen, die ich in der Nacht in den Beinen hatte, ließen mich kaum schlafen, und dennoch war es eine wahnsinnig gute Entscheidung. Atemberaubend. Und ich hatte das Glück, dass es nicht geregnet hat.

Das dürfte der "Mount Eagle" sein. Auf Dingle befindet sich übrigens der höhste Berg Irlands, auf den man auf dem "Connors Pass" hoch kann, aber da bin ich nicht hin...

Keltenrelikteeeeee.....

Die wenigen kleinen Dörfer... oder eher Familienhäuser, leben teilweise von Schafen und teilweise von Touristen (is eh kaum ein Unterschied xD). Ich kam also an vielen kleinen Attraktionen vorbei, allerdings musste man für jede davon 2 Euro bei einem der Anwohner liegen lassen. Find ich in Ordnung, aber die Famine Cottages musste ich nich unbedingt sehen.....



jjjjjip, in Irland laufen Schaafe auf den Straßen rum (Wie in dem Film "Leap Year"... schaut ihn euch nicht an, er ist fürchterlich cheesy)


Eine dieser kleinen Attraktionen schaute ich mir dann aber doch noch an. Es ist eine "Beehive Hütte". Sieht vllt nich so aus, aber diese kleine Ansammlung von Steinen ist gut 1000 Jahre alt. Solche hütten wurden von den Kelten und Frühen Christen zwischen 400 und 1200 A.D. gebaut. Das erstaunliche ist, dass sie trotz dem rauhen Küstenwetter immernoch 100% stabil UND wasserdicht sind, wegen ihrer Bauweise. Einige der Bauten aus dieser Zeit, sogenannte "Ringforts" wurden jahrhundertelang von den Menschen des späteren Mittelalters gemieden, denn sie glaubten, dass Feen diese Orte bewohnen würden.

Auf jeden Fall waren die Türen so niedrig, dass ich mich hinhocken musste, um dieses Foto zu machen^^ Hachja, die Leute von damals waren echt klein....


Schaafe Schaafe Schaafe

Klippen Klippen Klippen

Nach einer weile Serpentinen-Kurven-Fahren kam ich schließlich an der Spitze des Slea Heads an. Da war diese schöne weiße Statue, die vor dem schwarzen Fels einiges an Eindruck auf mich gemacht hat. Irgendwo in einem Prospekt hab ich später gelesen, dass sie auch verdammt alt sein soll. Aber ich habe grad keinen Bock, nochmal nachzuschaun wie alt genau^^ Es ist kalt, da wo ich gerade bin. Bewegen ist doof.


County Kerry.... ich habe mich in dich verliebt. Eines Tages werde ich wiederkommen!

Da ich am Morgen in dem Hostel nur ein paar Kekse und 2 Müsliriegel hatte, überkam mich auf halbem Wege dann doch einiges an Schwäche. Zum Glück fand ich irgendwann ein kleines gemütliches Café an den Klippen....

... und kaufte mit eine typisch irische Stärkung. Suuuper Chillig.

Auf meinem Rückweg nach Dingle Town wollte ich zumindest noch das sogenannte "Gallarus Oratory" sehen. Eine von vielen vielen Monumenten in der Gegend, und das einzige perfekt erhaltene Monument in dieser Gestalt. Es war wahrscheinlich eine frühchristliche Kirche. Stellte sich heraus, dass auch hier Eintritt bezahlt werden muss. Und da das ein bedeutsameres Monument ist, als die kleinen Beehive Hütten, kostete es auch das doppelte und es gab sogar eine Rezeption! Wahnsinn^^ Allerdings, als ich eig weiterfahren wollte, ohne das Oratory gesehen zu haben, kam ich mit dem Mann an der Rezeption ins Gespräch. Ich sagte ihm, ich wolle nach meiner mittleweile 5 stündigen Fahrradtour zurück nach Dingle. Da hinter dem Oratory allerdings eine Abkürzung war, war er so wahnsinnig nett mich einfach umsonst reinzulassen, unter der Bedingung dass ich eine gute Bewertung bei tripadvisor.com hinterlasse. Sau cool.


Die Tür vom Gallarus Oratory war ebenfalls sehr niedrig. Matthias... so musst du dich wohl fühlen. Ich musste jedenfalls an dich denken^^

Hier wäre Vollbild vllt angebracht, damit ihr seht was ich meine: Dingle ist eine "Gaeltacht" Area, das heißt eine Region, in der offiziell ausschließlich Gälisch gesprochen wird. Im Gegensatz zum Rest von Irland sind hier alle Straßennamen gälisch, und bei straßenschildern steht keine Englische übersetzung drunter. Wäre ich nicht irgendwann darauf gekommen, dass An Daingean vermutlich für Dingle steht, wäre ich irgendwann wohl ein bisschen aufgeschmissen gewesen....
Nach 6 Stunden war mein erfrischender Trip vorbei. Ich war glücklich und zufrieden und wieder hungrig. Und irgendwie war ich davon überzeugt, Dingle nicht verlassen zu dürfen, ohne eins der Fischrestaurants probiert zu haben. Im Foxy John's brachte ich mein Fahrrad zurück und fragte dort die Einheimischen nach einem Tipp. Den bekam ich auch: Das Marina Inn solle das Ryanair der Fischrestaurants sein... was die Iren aber durchaus positiv meinten^^ Ich war mir da ja erst unsicher, weil ich vermutlich wegen Ryanair so eine Flugangst habe.... Es war aber auf jeden Fall keine Enttäuschung und ich verbrachte gut 2 Stunden in diesem Restaurant/Pub. Was das Essen angeht, es war echt cool, aber Iren scheinen ihr Essen grundsätzlich nich sonderlich zu salzen (ich dachte ja, das wäre nur eine Angewohnheit von Trish....), dafür benutzen sie aber Malz-Essig um ihr Essen zu würzen. Was ich besonders cool fand, war die HP-Soße, ne Mischung aus Malz-Essig und Ketchup.

Danach wollte ich eigentlich etwas tun, was mich besonders fröhlich gestimmt hatte, den Tag über: Ich wollte zu einem Percussion Workshop. Ich hatte auf nem Poster gesehen, dass der jeden Dienstag Abend veranstaltet wird, mit anschließender Jamsession. Aber als ich da ankam, war keiner dort, und es stellte sich heraus, dass der Workshop jetzt immer am Mittwoch ist, das Poster aber nicht geändert wurde....
Wär ich doch nur bis Mittwoch geblieben.....
Ich machte mich dann, leicht enttäuscht, auf die Suche nach einem guten Pub. Eine Amerikanerin in Wicklow hatte mir empfohlen, in einen Pub mit ner großen Gitarre über der Tür zu gehen. Ich fand den dann auch schließlich, und es stellte sich heraus, das dort in einer Stunde auch Livemusik gespielt werden sollte. Es war wohl der älteste "moderne" Pub in Dingle.
Das kaufte ich denen sofort ab, denn die Tür war winzig klein! Das KONNTE nur vor vielen vielen Generationen gebaut worden sein!

Wie auch immer, aus irgend einem Grund wollte ich aber auch mal einen Blick ins Dick Mack's werfen. Dieser Pub hatte nicht nur einen Walk of Fame vor der Tür, sondern wurde auch in einem Prospekt als Highlight der Dingler Pubszene beworben. Ein ehemaliger Schuhladen, der immernoch die Hälfte der Pubs mit Schuhkartons und allem möglichen Zeug ziert. Ich ging dort hin und wollte nur fragen, ob die wohl auch Live Musik haben. Es war keine Musik drin und nur 4 Leute, inkl. Barkeeper anwesend (Es war wohlgemerkt erst etwa 20 Uhr). Die vier Iren waren verdammt freundlich und witzig und einer sprach mich darauf an, dass meine Haare blau sind. In der "Blue Lounge" Jazz-Bar nebenan, sagte er, gebe es für jeden, der mit blauen Haaren ankommt, ein Essen für zwei und eine Flasche Wein umsonst. WTF dachte ich xD Das wär ja geil. Ich war zwar satt, aber ne Flasche Wein is nie verkehrt....

Nun ich ging dahin und stieß auf einen unheimlich unfreundlichen französischen Kellner, der meinte, das Angebot gelte aber nur für Männer. Er ließ auch nicht mit sich scherzen oder handeln. Ich ging wieder zurück ind Dick Mack's und beschwerte mich über diesen unfreundlichen unlustigen Mann. Zum Trost kaufte mir Shawn, einer der Gäste, gleich mal einen Bushmills Blackbush Whiskey. Verdammt gutes Zeug. Ich kam mit den Leuten ins gespräch, später kamen mehr dazu und eine junge Frau namens Christine gab mir ein Guinnes nach dem anderen aus. Sie verbot dem Barkeeper sogar, Geld von mir anzunehmen. Und die Zeit verging und verging und obwohl der Pub winzig und die Anzahl der Gäste so übersichtlich war, dass ich mit jedem von ihnen ins Gespräch kam, konnte ich mich einfach nicht losreißen.

Was dort stattfand, war wohl das, was die Iren wirklich unter "Craic" verstehen. Craic (gespr.: "crack") ist das gälische Wort für Spaß, bedeutet aber gleichzeitig viel mehr. Es ist eng verflochten mit der Pub-Kultur, dem Pub-Humor und dem dortingen Umgang der Menschen miteinander: warm, rauh, witzig, großzügig, locker. Iren begegnen einander im Pub, als seien sie schon jahrelange Freunde gewesen, selbst wenn sie sich nie zuvor gesehen haben (was einen Ausländer zuweilen irritieren mag). Das war die wohl irischste Pub-Nacht, die ich in Irland bisher hatte und echt nicht zu vergleichen mit Wicklow^^ Irgendwann setzte sich ein Typ in die Bar, während ich mit Christine im Nebenraum am Feuer saß und er fing an Musik auf der Gitarre zu spielen. Wir gingen eine Weile später hin, und auf einmal stellte sich heraus, dass der Typ doch tatsächlich der Cousin von Christine war, den sie Jahre lang nicht mehr gesehen hatte. Nicht nur das, es stellte sich heraus, dass der Typ auch noch vollzeit-Musiker war. Seinen "JCB Song" kann man zum Beispiel auf Youtube finden (http://www.youtube.com/watch?v=rGkseGFQLh4).

Und im Laufe der Abends gab er uns auch eine Privatvorstellung (die ich heimlich aufnahm, um nich abzulenken^^) Natürlich is das Video von meinem Handy von beschissenster Quali, aber was solls:




So war sie nun, meine wundervolle Zeit in Dingle, im wunderschönen County Kerry. Eines Tages, wenn ich viel Geld habe, komme ich hierher zurück und mach so richtig ordentlich klassischen Urlaub!


Hier noch eine gruselige Entdeckung: Das auf dem Bild sieht doch sowas von aus wie Alfred, nicht wahr?! Aber es ist mehrere Jahrzehnte alt!!!! Er. Altert. Nicht!!!!

Hachja.... Die Leute im Pub versuchten auch, mich zu überzeugen, noch einen Tag länger in Dingle zu bleiben. Doch ich blieb stur, denn ich wollte ja meine Abmachung mit meinem Host im Octupus Garden einhalten. Ach, hätte ich nur auf sie gehört....
Den Zweiten Teil meines Roadtrips erzähle ich euch, sobald ich das nächste mal Internet habe... wann das sein wird, weiß ich nicht. Wo ich dann sein werde, weiß ich auch nicht. Cheerio und wünscht mir Glück! Gab goes back on the road....


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Edit: PS: Eine Sache habe ich vergessen euch zu erzählen. Ich meinte ja mal, jeder Irishman scheint mindestens ein Instrument spielen zu können. Wer keins spielen kann, kann singen. Aber was macht der Ire, wenn er auch nicht singen kann? Nun ein Paradebeispiel hört man bei dem kleinen heimlichen Video im Hintergrund: Es ist Whistling Joe, the one and only! Der Pfeift ganze Liedchen verdammt nochmal^^

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4 Kommentare:

Egle hat gesagt…

OMG Herr Heuermann o.O das ist creepy
Ich glaub wenn ich dich besuche muss ich ein lied auf der Gitarre lernen :D

Anonym hat gesagt…

Es ist echt abgefahren, was du erlebst :O Und die Bilder von deiner Fahrradtour sehen so aus, als wärst du am Ende der Welt gewesen. Ich drücke dir die Daumen, dass es weiterhin mit der Orientierung so gut klappt! Ich wäre mit der Situation net klargekommen, glaube ich :D
Liebe Grüße, Kati :-*

Anonym hat gesagt…

So, nu hab ich was für dich Gab:

Was ist der Unterschied zwischen einer irischen Hochzeit und einem irischen Begräbniss?
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Ein Betrunkener weniger :-D

liebe Grüße T.

Dreamchaser-gab hat gesagt…

Oh apropos Instrument, eine Sache habe ich vergessen euch zu erzählen. Ich meinte ja mal, jeder Irishman scheint mindestens ein Instrument spielen zu können. Wer keins spielen kann, kann singen. Aber was macht der Ire, wenn er auch nicht singen kann? Nun ein Paradebeispiel hört man bei dem kleinen heimlichen Video im Hintergrund: Es ist Whistling Joe, the one and only! Der Pfeift ganze Liedchen verdammt nochmal^^

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